Schmetterlingsmücke
Die Schmetterlingsmücke sitzt tagsüber regungslos an Badezimmerfliesen und fliegt nur kurz auf, wenn man sie stört. Sie sticht nicht und richtet keine Materialschäden an, ist aber ein deutlicher Hinweis auf einen Abfluss mit dickem Biofilm – genau dort wachsen ihre Larven heran. Bekämpft wird nicht die Mücke, sondern die Brutstätte im Rohr.
Schmetterlingsmücken erkennen
Die Tiere sind 2 bis 5 mm groß, grau bis bräunlich und dicht behaart. In Ruhe legen sie die breiten Flügel dachartig über den Hinterleib, was sie wie winzige Motten aussehen lässt; ihr Flug ist schwach und hüpfend. Die häufigste Art in Gebäuden ist die Gefleckte Abortfliege (Clogmia albipunctata). Verwechseln lässt sie sich mit Trauermücken aus Blumentopferde und mit Essigfliegen, die rote Augen tragen und um Obst kreisen.
Typische Anzeichen:
- mehrere kleine, pelzige Mücken an Fliesen, Spiegel oder Decke in Bad und WC
- Tiere, die aus einem Abfluss, Bodenablauf oder Überlauf herauskrabbeln
- Auftreten nach längerer Abwesenheit oder in selten genutzten Räumen wie Gäste-WC oder Waschküche
- gallertartiger Belag im Siphon, am Überlauf oder unter dem Ablaufsieb
- Larven und Puppenhüllen im Schleim, wenn Sie den Siphon öffnen
Lebensweise
Das Weibchen legt 30 bis 100 Eier direkt auf den Biofilm in Abflussrohren, Siphons und Bodenabläufen. Die Larven schlüpfen nach ein bis zwei Tagen und ernähren sich von Bakterien und Algen in diesem Belag; sauerstoffarme Bedingungen stören sie nicht. Nach 9 bis 15 Tagen verpuppen sie sich, kurz darauf schlüpft die Mücke. Bei Zimmertemperatur dauert eine Generation zwei bis drei Wochen, sodass sich in einem verschleimten Rohr schnell hunderte Tiere entwickeln.
Die erwachsenen Mücken leben nur etwa zwei Wochen und wandern selten weit von der Brutstätte weg. Weitere klassische Brutplätze sind Kläranlagen und Abscheider, Kondensatwannen von Klimageräten, Regentonnen sowie undichte Rohrleitungen unter dem Estrich.
Schäden und Risiken
Schmetterlingsmücken stechen nicht und saugen kein Blut. Die in den Tropen für Leishmaniose verantwortlichen Sandmücken gehören zwar zur selben Familie, sind aber eine andere Unterfamilie – die Arten aus deutschen Abflüssen übertragen diese Erreger nicht. Materialschäden entstehen ebenfalls keine.
Relevant ist die Hygiene: Die Tiere entwickeln sich in Abwasserfilmen und laufen anschließend über Waschbecken und Arbeitsflächen, wodurch sie Keime verschleppen können; in Kliniken und Küchen werden sie deshalb ernst genommen. Bei massenhaftem Auftreten können eingeatmete Bruchstücke der behaarten Körper Allergien auslösen.
Vorbeugen
- Selten genutzte Abläufe wöchentlich mit reichlich Wasser spülen, damit der Geruchsverschluss gefüllt bleibt.
- Siphons und Überläufe zwei- bis viermal im Jahr öffnen und mechanisch reinigen.
- Haar- und Ablaufsiebe regelmäßig säubern, Haare und Seifenreste sind die Grundlage des Biofilms.
- Untersetzer von Blumentöpfen und Kondensatwannen leeren oder abdecken.
- Feuchteschäden und undichte Leitungen zügig beheben – anhaltende Nässe unter dem Estrich ist eine dauerhafte Brutstätte, oft zusammen mit Springschwänzen.
Schmetterlingsmücken bekämpfen
Der entscheidende Schritt ist die Sanierung des Rohres. Öffnen Sie den Siphon, entfernen Sie den Schleim vollständig und bürsten Sie das Ablaufrohr mit einer Rohr- oder Flaschenbürste mechanisch aus. Anschließend arbeiten Bio-Abflussreiniger mit Enzymen den restlichen Biofilm ab; sie werden abends eingefüllt und über mehrere Nächte wiederholt. Chemische Rohrreiniger erreichen den Belag an der Rohrwand schlecht, heißes Wasser wirkt nur kurzfristig.
Sprühen Sie keine Insektizide in Abflüsse – die Larven sitzen geschützt im Schleim. Fliegende Tiere sammeln Sie mit dem Staubsauger ein; ihre Zahl geht von selbst zurück, sobald die Brutstätte weg ist. Rechnen Sie mit ein bis zwei Wochen, bis die letzte Generation ausgeflogen ist.
Tipp: Welcher Abfluss die Quelle ist, finden Sie über Nacht heraus: Kleben Sie Klarsichtklebeband mit der Klebeseite nach unten locker über die verdächtigen Abläufe oder stülpen Sie ein Glas darüber. Am nächsten Morgen zeigt sich, wo die Mücken herauskommen.
Wann zum Profi?
Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn die Mücken trotz gereinigter Siphons weiter auftreten – dann liegt die Brutstätte tiefer im Leitungssystem oder im gemeinsamen Fallstrang des Hauses. Auch anhaltender Befall in Küchen und Lebensmittelbetrieben gehört fachlich betreut, häufig gemeinsam mit einem Sanitärbetrieb. Weitere Arten im Haus finden Sie unter Fliegen.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Stechen Schmetterlingsmücken?
Nein. Die in deutschen Gebäuden lebenden Arten haben keine stechend-saugenden Mundwerkzeuge und nehmen als erwachsene Tiere kaum Nahrung auf. Die tropischen Sandmücken, die Leishmaniose übertragen, gehören zwar zur selben Familie, sind aber eine andere Gruppe. Juckende Stiche stammen also aus einer anderen Quelle.
Warum kommen die Mücken immer wieder, obwohl ich den Abfluss gereinigt habe?
Meist wurde nur der Siphon gespült, nicht aber der Belag an der Rohrwand entfernt. Reinigen Sie mechanisch mit einer Bürste und setzen Sie danach über mehrere Nächte einen enzymatischen Bio-Abflussreiniger ein. Bleibt der Befall, sitzt die Brutstätte tiefer im Leitungssystem oder in einem undichten Rohr – dann hilft nur eine Prüfung durch Fach- und Sanitärbetrieb.
Sind Schmetterlingsmücken ein Hygieneproblem?
Im Haushalt sind sie vor allem lästig, weil sie aus dem Abwasserbereich stammen und über Waschbecken und Arbeitsflächen laufen. In Küchen, Kliniken und Lebensmittelbetrieben gelten sie als Hygienemangel und müssen konsequent bekämpft werden. Bei massenhaftem Auftreten können eingeatmete Körperbruchstücke außerdem allergische Beschwerden auslösen.