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Lästling

Mittlere Wespe

Die Mittlere Wespe fällt vor allem im Garten auf: Ihr Nest hängt frei in Hecke, Obstbaum oder Kletterpflanze und wird beim Schnitt oft erst im letzten Moment entdeckt. Weil die Tiere groß und dunkel gefärbt sind, werden sie regelmäßig für Hornissen gehalten. An Kuchenteller und Grillgut gehen sie nicht, sie jagen Insekten. Ärger gibt es fast nur bei Arbeiten direkt am Nest.

Mittlere Wespe erkennen

Die Art ist die größte heimische Langkopfwespe. Arbeiterinnen messen 15 bis 19 mm, Königinnen bis 22 mm. Auffällig ist die dunkle Grundfärbung: Viele Tiere zeigen deutlich weniger Gelb als andere Wespen, dafür rotbraune Zeichnungselemente an Brust und Hinterleibsbasis. Wie alle Langkopfwespen hat sie ein langgestrecktes Gesicht mit sichtbarem Abstand zwischen Auge und Oberkiefer.

  • Das Nest hängt frei und gut sichtbar, meist birnen- bis kegelförmig, grau bis bräunlich, am Ende der Saison bis 20 cm groß.
  • Typische Orte sind dichte Hecken, Buchsbaum, Thuja, Obstbäume und Efeu, seltener Dachüberstände.
  • Das Flugloch sitzt unten, oft an einer kurzen Verlängerung der Hülle.

Von der Hornisse unterscheidet die Mittlere Wespe die Größe: Hornissen sind mit 18 bis 25 mm bei den Arbeiterinnen und 25 bis 35 mm bei der Königin deutlich mächtiger und wirken bräunlich-rot; sicherer als die Größe unterscheidet der rotbraune Kopf und Brustabschnitt. Die Sächsische Wespe baut ein kugeliges Nest an geschützten, überdachten Stellen statt frei im Gebüsch.

Lebensweise

Eine überwinterte Königin gründet das Volk ab Mai und versorgt die erste Brut allein. Ab Juni übernehmen Arbeiterinnen die Versorgung. Das Volk bleibt mit 100 bis 400 Tieren klein, verglichen mit den mehreren tausend Tieren der Deutschen Wespe.

Gejagt werden Fliegen, Mücken, Raupen und andere Insekten, die zerkaut an die Larven verfüttert werden. Die erwachsenen Tiere selbst leben von Nektar und Honigtau. Die Saison endet früh: Bereits ab Mitte August schlüpfen Jungköniginnen und Männchen, Ende August bis Anfang September ist das Nest meist verlassen. Es wird im Folgejahr nicht wieder besiedelt, die leere Hülle zerfällt über den Winter.

Schäden und Risiken

Die Art beschädigt weder Bausubstanz noch Vorräte und fällt auch nicht über gedeckte Tische her. Das Nest liegt außen auf Ästen und Zweigen auf, die Pflanze nimmt keinen Schaden.

Das Risiko besteht in der Nestverteidigung, und die fällt bei der Mittleren Wespe kräftig aus. Erschütterungen durch Heckenschere, Rasenmäher oder Leiter im Umkreis von zwei bis vier Metern lösen Angriffe aus, oft durch mehrere Tiere gleichzeitig. Ein Stich schmerzt, schwillt an und ist für die meisten Menschen ungefährlich. Ein Notfall liegt vor bei Stichen im Mund- und Rachenraum sowie bei jedem Zeichen einer Allgemeinreaktion: Atemnot, Engegefühl im Hals, Schwellung im Gesicht oder Rachen, Quaddeln fernab der Einstichstelle, Schwindel oder Kreislaufprobleme. Eine solche Reaktion kann auch ohne vorher bekannte Insektengiftallergie auftreten. Dann ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Weil diese Art bei Störung häufig mit mehreren Tieren gleichzeitig angreift, gilt das auch bei einer Vielzahl von Stichen.

Vorbeugen

  • Hecken und Sträucher vor jedem Schnitt aus einigen Metern Abstand auf Flugverkehr beobachten, besonders von Juni bis August.
  • Im Mai und Juni gezielt nach kleinen, golfballgroßen Nestansätzen suchen; zu diesem Zeitpunkt ist die Königin noch allein unterwegs.
  • Efeu, Thuja und dichte Ziersträucher an Terrassen und Spielflächen früh im Jahr auslichten.
  • Fliegengitter an Fenstern anbringen, damit sich einzelne Tiere nicht in Räume verirren.

Bekämpfen

In den meisten Fällen ist Abwarten die richtige Entscheidung, weil das Volk bereits Ende August erlischt. Sperren Sie den Bereich für einige Wochen ab, verlegen Sie Sitzplätze und verschieben Sie den Heckenschnitt auf den Herbst. Ein blickdichter Sichtschutz im Abstand von ein bis zwei Metern lenkt die Flugbahn um, ohne das Volk zu stören.

Nicht funktionieren: Nest mit Wasser abspritzen, Hülle abschlagen oder mit Sprühschaum verschließen. Alle drei Vorgehensweisen führen zu Stichen, ohne das Problem zu lösen. Wespenfallen mit süßem Lockstoff fangen die Mittlere Wespe kaum, weil sie ihren Zuckerbedarf an Blüten und Honigtau deckt und nicht an gedeckte Tische geht, töten aber Bienen und andere Insekten. Ultraschall wirkt nicht.

Wichtig: Wespen sind nach § 39 BNatSchG allgemein geschützt. Ein Nest darf nur bei vernünftigem Grund entfernt werden, etwa bei Allergie im Haushalt oder einem Nest unmittelbar am Spielplatz. Bußgelder bis 10.000 Euro sind möglich; der höhere Rahmen bis 50.000 Euro gilt nur für die nach § 44 BNatSchG besonders geschützten Arten wie die Hornisse. Auskunft gibt die untere Naturschutzbehörde. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Fachbetriebe sollten ran, wenn das Nest in Kopfhöhe an einem viel genutzten Weg, an einer Terrasse oder auf einem Kinderspielplatz hängt oder wenn im Haushalt eine Insektengiftallergie besteht. Frei hängende Nester lassen sich vergleichsweise gut umsiedeln; die Kosten beginnen bei 80 Euro. Weitere Hinweise zu Arten und Nestern finden Sie unter Wespen.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Ist die Mittlere Wespe eine Hornisse?

Nein, auch wenn sie ihr auf den ersten Blick ähnelt. Die Mittlere Wespe misst 15 bis 22 mm, Hornissenarbeiterinnen 18 bis 25 mm und Hornissenköniginnen 25 bis 35 mm; zuverlässiger als die Größe ist der rotbraun gezeichnete Kopf- und Brustabschnitt der Hornisse. Auch das Nest unterscheidet sich: Die Mittlere Wespe baut frei hängend in Hecken und Bäumen, Hornissen nisten in Höhlen, Kästen und Dachböden.

Geht die Mittlere Wespe an Kuchen und Grillfleisch?

Nein. Sie gehört zu den Langkopfwespen und jagt Insekten für ihre Brut, während sie selbst Nektar und Honigtau aufnimmt. Am gedeckten Tisch stören fast immer die Deutsche und die Gemeine Wespe. Süßköder-Fallen sind gegen die Mittlere Wespe daher wirkungslos.

Was tue ich, wenn beim Heckenschnitt ein Nest auftaucht?

Ziehen Sie sich ruhig und ohne hektische Bewegungen zurück, laufen Sie nicht direkt durch die Flugbahn. Stellen Sie die Arbeit in diesem Bereich bis Ende August ein, dann ist das Volk erloschen. Sperren Sie den Bereich ab und informieren Sie Kinder und Nachbarn über die Fundstelle.