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Vorratsschädling

Speisebohnenkäfer

Im Vorratsschrank liegen Bohnen mit kleinen runden Löchern, daneben krabbeln unscheinbare braune Käfer. Der Speisebohnenkäfer gehört zu den Samenkäfern und ist einer der wenigen Vertreter, die sich in der Küche ohne Umweg über das Feld weiter vermehren. Ein einmal befallener Vorrat wird von allein nicht besser, sondern schlechter.

Speisebohnenkäfer erkennen

Die Käfer sind 2,5 bis 4 mm lang, gedrungen oval und dicht behaart. Die Grundfarbe wirkt olivgrau bis bräunlich, auf den Flügeldecken zeichnen sich dunklere Längsbinden ab. Auffällig ist das Hinterleibsende: Die Flügeldecken sind zu kurz, das freiliegende Ende ist gelblichrot behaart. Die Fühler sind sägezähnig, an den Hinterschenkeln sitzen ein größerer und zwei kleinere Zähne.

  • Runde Ausschlupflöcher von 1 bis 2 mm in Bohnen, Erbsen, Linsen und Kichererbsen
  • Kurz vor dem Schlupf helle, durchscheinende Fensterchen unter der Samenschale
  • Feines Bohrmehl und ausgehöhlte, federleichte Samen im Vorratsgefäß
  • Käfer laufen über die Arbeitsplatte und fliegen in warmen Räumen ans Fenster

Wichtig: Verwechseln Sie die Art nicht mit dem Erbsenkäfer. Der legt seine Eier ausschließlich im Feld an junge Hülsen und vermehrt sich im Vorrat nicht weiter, ein Befall erlischt dort von selbst. Beim Speisebohnenkäfer und beim Vierfleckigen Bohnenkäfer ist das anders: Sie legen im Lager neue Eier ab, und die Zahl der Käfer steigt.

Lebensweise

Das Weibchen legt bis zu etwa 100 Eier lose zwischen die Samen oder in aufgeritzte Hülsen. Die frisch geschlüpften Larven suchen sich einen Samen, bohren sich hinein und fressen ihn von innen aus. In einer großen Bohne können mehrere Larven gleichzeitig heranwachsen. Verpuppung und Schlupf finden ebenfalls im Samen statt, erst der fertige Käfer nagt sich nach außen.

Die Entwicklung hängt stark von der Temperatur ab: Bei 30 °C dauert sie rund vier Wochen, bei 20 °C zweieinhalb bis drei Monate. In einer beheizten Wohnung sind damit mehrere Generationen im Jahr möglich. Die Art stammt aus Mittel- und Südamerika und kam mit Bohnenlieferungen nach Europa. Im deutschen Freiland überlebt sie den Winter kaum, in Küche und Vorratskammer dagegen dauerhaft.

Schäden und Risiken

Der Schaden ist rein wirtschaftlich. Ausgehöhlte Hülsenfrüchte verlieren Gewicht, Geschmack und Keimfähigkeit, dazu kommen Kot, Larvenhäute und Fraßmehl. Für den Menschen sind die Käfer harmlos: Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Wer versehentlich befallene Bohnen mitgekocht hat, muss nichts unternehmen.

Ärgerlich wird es, wenn der Befall überspringt. Die Käfer nagen sich durch dünne Papier- und Folienverpackungen und besiedeln benachbarte Vorräte. Selbst gezogenes Saatgut aus dem Garten ist besonders gefährdet, weil es oft ungeprüft eingelagert wird und im nächsten Frühjahr nicht mehr keimt.

Vorbeugen

  • Hülsenfrüchte in dicht schließenden Gläsern oder Dosen aufbewahren, nicht in der Originaltüte
  • Neu gekaufte Ware vor dem Einräumen durchsehen: Löcher, helle Fensterchen, lose Käfer
  • Selbst geerntete Bohnen und Erbsen vorsorglich eine Woche bei minus 18 °C lagern
  • Vorräte kühl halten, unter 15 °C kommt die Entwicklung praktisch zum Erliegen
  • Restbestände aufbrauchen und den Schrank zwischendurch komplett leer räumen

Bekämpfen

Im Haushalt genügen physikalische Verfahren, Insektizide sind nicht nötig. Sortieren Sie zuerst alle Gefäße durch: Stark befallene Ware entsorgen Sie im verschlossenen Beutel über den Restmüll. Ware ohne sichtbare Löcher frieren Sie mindestens 72 Stunden, besser eine Woche, bei minus 18 °C ein oder erhitzen sie eine Stunde bei über 60 °C im Backofen. Beides tötet Eier, Larven und Puppen im Samen ab.

Räumen Sie den Schrank anschließend vollständig leer, saugen Sie Fugen, Bohrlöcher und Regalschienen aus und entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort. Wischen Sie mit heißem Wasser nach. Klebefallen dienen der Kontrolle, nicht der Bekämpfung: Sie zeigen an, ob nach vier bis sechs Wochen noch Käfer nachkommen.

Tipp: Kontrollieren Sie beim Aufräumen auch Reis, Mehl und Nüsse im selben Schrank. Ein Bohnenbefall fällt oft erst auf, wenn parallel schon Lebensmittelmotten oder Kornkäfer mitgewandert sind. Dann hilft nur eine komplette Bestandsaufnahme.

Wann zum Profi?

Ein Haushaltsbefall lässt sich fast immer selbst lösen. Fachliche Hilfe ist sinnvoll, wenn nach zwei gründlichen Durchgängen weiter Käfer auftauchen, wenn größere Mengen Saatgut betroffen sind oder wenn der Befall in einem Betrieb, einer Gemeinschaftsküche oder einem Lager auftritt. Dort kommen Begasung mit Stickstoff oder Kohlendioxid und eine systematische Ursachensuche infrage, die im Wohnbereich weder nötig noch möglich sind. Wird doch ein Präparat eingesetzt, gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Kann ich befallene Bohnen noch essen?

Gesundheitlich spricht nichts dagegen, der Speisebohnenkäfer überträgt keine Krankheiten und ist nicht giftig. Appetitlich ist es trotzdem nicht, weil neben Larven auch Kot und Larvenhäute im Samen stecken. Stark ausgehöhlte, federleichte Ware entsorgen Sie besser; äußerlich einwandfreie Bohnen können Sie nach dem Einfrieren normal verwenden.

Woher kommen die Käfer, wenn ich gar nichts Neues gekauft habe?

Fast immer waren sie schon in der Ware, oft aus dem Anbaugebiet oder aus selbst gezogenem Saatgut. Eier und Larven stecken unsichtbar im Samen, erst die fertigen Käfer bohren sich heraus. Zwischen Einkauf und erstem sichtbaren Käfer können deshalb Monate liegen.

Wie lange muss ich Hülsenfrüchte einfrieren?

Mindestens 72 Stunden bei minus 18 Grad, sicherer ist eine Woche. Wichtig ist, dass die Ware wirklich durchfriert, also flach ausgebreitet und nicht als dickes Paket. Danach in dicht schließende Gläser oder Dosen umfüllen, damit sich nichts neu einnistet.

Ist der Speisebohnenkäfer dasselbe wie der Erbsenkäfer?

Nein. Beide gehören zu den Samenkäfern, aber der Erbsenkäfer legt seine Eier nur im Feld an junge Hülsen und vermehrt sich im Vorrat nicht weiter. Beim Speisebohnenkäfer geht die Vermehrung im Küchenschrank weiter, deshalb wächst dort ein Befall an, statt auszulaufen.