Erbsenkäfer
Aus einer Packung getrockneter Erbsen krabbeln plötzlich kleine braune Käfer über die Arbeitsplatte. Meist steckt der Erbsenkäfer dahinter. Er ist ein reiner Feldschädling: Die Tiere gelangen schon auf dem Acker als Larve in den Samen und schlüpfen erst Monate später im Vorratsschrank. Im Lager vermehren sie sich nicht weiter.
Erbsenkäfer erkennen
Der Käfer ist 4 bis 5 mm lang, oval und gedrungen, die Grundfarbe graubraun. Die Flügeldecken sind mit weißen und rötlichen Härchen gesprenkelt und lassen das Hinterleibsende frei. Dieses Ende ist weiß behaart und trägt zwei deutliche schwarze Flecken – das zuverlässigste Merkmal.
- Fühler kurz und gesägt, Hinterschenkel kräftig und mit einem Zahn
- Ausgewachsene Larven 5 bis 6 mm, schmutzig weiß, beinlos, gekrümmt, mit brauner Kopfkapsel
- Befallene Erbsen zeigen ein rundes Loch, das vor dem Schlupf noch von einem dünnen Deckel aus Samenschale verschlossen ist
Wichtig: Tauchen über Wochen immer neue Käfer auf und sind auch Bohnen oder Linsen betroffen, steckt meist nicht der Erbsenkäfer dahinter, sondern der Speisebohnenkäfer oder der Vierfleckige Bohnenkäfer. Diese Arten pflanzen sich im Vorrat weiter fort, der Befall wächst also von allein.
Lebensweise
Der Erbsenkäfer bildet eine Generation im Jahr und ist vollständig an die Erbse gebunden. Die überwinterten Käfer fliegen im Frühjahr in blühende Erbsenbestände ein und ernähren sich dort von Pollen. Ein Weibchen legt mehrere Hundert Eier einzeln auf junge, noch weiche Hülsen. Die frisch geschlüpfte Larve bohrt sich durch die Hülsenwand in einen unreifen Samen und frisst darin eine zylindrische Höhle aus. Pro Erbse entwickelt sich immer nur eine Larve.
Verpuppung und Schlupf finden im Samen statt. Ein Teil der Käfer verlässt die Erbsen noch vor der Ernte und überwintert im Freien unter Rinde oder in Pflanzenresten. Der Rest bleibt im Korn und wandert mit in die Lagerung. Diese Tiere kommen oft erst im Frühjahr heraus – oder früher, wenn eine warme Küche den Frühling vortäuscht. Auf andere Vorräte können sie nicht übergehen, weil sie für die Eiablage grüne Hülsen am lebenden Bestand brauchen.
Schäden und Risiken
Im Haushalt bleibt der Schaden begrenzt. Befallene Erbsen sind ausgehöhlt, verlieren an Gewicht und Keimfähigkeit und nehmen im Kochwasser einen muffigen Beigeschmack an. Kot und Larvenhäute bleiben in der Fraßhöhle zurück, was den Vorrat unappetitlich macht. Krankheitserreger überträgt der Käfer nicht, er beißt nicht und richtet an Textilien, Holz oder Bausubstanz keinen Schaden an.
Wirtschaftlich relevant ist die Art im Anbau: Stark befallene Partien taugen nicht mehr als Saatgut und lassen sich als Speiseware nur eingeschränkt vermarkten. Für den Privathaushalt heißt das vor allem, dass gelegentlich befallene Ware im Handel landet, ohne dass in der eigenen Küche ein Hygieneproblem vorliegt.
Vorbeugen
- Trockenerbsen in dicht schließenden Gläsern oder Dosen aufbewahren – Papier- und Folienbeutel durchbeißen schlüpfende Käfer mühelos
- Neue Hülsenfrüchte vor dem Einräumen kurz durchsehen: runde Löcher oder dunkle, kreisrunde Punkte auf der Samenschale sind verdächtig
- Selbst geerntete oder als Saatgut gedachte Erbsen drei bis fünf Tage bei mindestens minus 18 Grad einfrieren; das tötet Larven im Samen ab und erhält die Keimfähigkeit
Im Garten hilft ein Standortwechsel: Erbsenbeete möglichst weit vom Beet des Vorjahres entfernt anlegen und Ernterückstände nicht liegen lassen. Frühe Sorten entgehen dem Hauptzuflug der Käfer eher als späte.
Bekämpfen
Weil sich die Art im Vorrat nicht vermehrt, endet ein Befall von selbst, sobald der letzte Käfer geschlüpft ist. Entsorgen Sie die befallene Packung, saugen Sie frei laufende Käfer und Krümel aus Regalböden und Fugen ab und entleeren Sie den Staubsaugerbeutel außerhalb der Wohnung. Angrenzende Vorräte kontrollieren, aber nicht vorsorglich wegwerfen. Insektizide sind hier weder nötig noch sinnvoll. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Sind größere Mengen betroffen und sollen sie erhalten bleiben, ist Einfrieren die zuverlässigste Methode. Erhitzen im Backofen wirkt ebenfalls, verändert aber Geschmack und Kocheigenschaften.
Tipp: Legen Sie zweifelhafte Erbsen in eine Schüssel Wasser. Ausgefressene Samen enthalten einen Hohlraum und schwimmen meist oben, unbefallene sinken ab. So trennen Sie eine Vorratsmenge in wenigen Minuten, ohne jedes Korn einzeln zu prüfen.
Wann zum Profi?
Ein Schädlingsbekämpfer wird beim Erbsenkäfer selten gebraucht. Sinnvoll ist eine fachliche Bestimmung, wenn unklar bleibt, um welchen Käfer es sich handelt: Kornkäfer, Brotkäfer und viele andere Vorratskäfer vermehren sich im Lager und erfordern ein ganz anderes Vorgehen. Fachliche Begleitung brauchen außerdem Betriebe mit Lager- oder Saatguthaltung, weil dort Monitoring, Reinigungsplan und Dokumentation zusammengehören.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Kann ich Erbsen mit Käferlöchern noch essen?
Gesundheitlich sind befallene Erbsen unbedenklich, appetitlich sind sie nicht. In der Fraßhöhle bleiben Kot und Larvenhäute zurück, und der Geschmack leidet. Sortieren Sie durchlöcherte Körner aus oder entsorgen Sie die Packung, wenn viele betroffen sind.
Vermehren sich Erbsenkäfer in meinem Vorratsschrank?
Nein. Der Erbsenkäfer ist ein reiner Freilandschädling und legt seine Eier nur an grüne Hülsen am lebenden Erbsenbestand. Im Lager kann er keine neue Generation bilden, der Befall wächst also nicht von allein weiter.
Woher kommen die Käfer, obwohl die Packung neu war?
Die Larve saß schon im Korn, als die Erbse geerntet wurde. Sie entwickelt sich im Samen und der fertige Käfer verlässt ihn oft erst Monate später. In einer warmen Küche geht das schneller, deshalb erscheinen die Tiere scheinbar aus dem Nichts.
Wie werde ich die Käfer am schnellsten los?
Befallene Packung entsorgen, Regalböden und Fugen absaugen und den Staubsaugerbeutel draußen leeren. Vorräte, die Sie behalten wollen, drei bis fünf Tage bei minus 18 Grad einfrieren. Chemische Mittel sind im Haushalt nicht erforderlich.