Australische Schabe
Die Australische Schabe stammt trotz ihres Namens vermutlich aus Afrika und ist heute in allen tropischen Regionen zu Hause. Nach Mitteleuropa kommt sie mit Pflanzenimporten, Bananen und Übersee-Fracht. Draußen überlebt sie hier keinen Winter, in Gewächshäusern, Tropenhallen und warmen Kellern hält sie sich dagegen dauerhaft. Neben der üblichen Keimverschleppung frisst sie Jungpflanzen und Früchte an.
Australische Schabe erkennen
Mit 30 bis 35 mm gehört sie zu den großen Schaben. Der Halsschild trägt einen breiten, hellgelben Rand um ein dunkles Zentrum, und an der Schulter jedes Vorderflügels sitzt ein deutlicher gelber Längsstreifen. Genau dieser Streifen unterscheidet sie von der ähnlich großen Amerikanischen Schabe, die ihn nicht besitzt. Die Nymphen sind dunkelbraun mit hellen Flecken auf den ersten Hinterleibsringen. Bei Wärme fliegt und gleitet die Art bereitwillig.
- etwa 11 mm lange, dunkelbraune Eipakete mit 22 bis 24 Eiern, an geschützten Stellen angeklebt und mit Substrat getarnt
- Fraßschäden an Sämlingen, Blüten, Wurzeln und reifen Früchten im Gewächshaus
- Kotkrümel und Häutungshemden in Pflanztischen, Heizkanälen und hinter Verkleidungen
- süßlich-muffiger Geruch und nachts umherlaufende Tiere im Warmhaus
Lebensweise
Die Art bevorzugt Temperaturen um 30 °C und hohe Luftfeuchte; unter 20 °C kommt ihre Entwicklung zum Erliegen. Tagsüber sitzt sie in Hohlräumen, unter Pflanztischen, in Heizungskanälen und Rindenmulch, nachts geht sie auf Nahrungssuche. Sie ist ein Allesfresser, ernährt sich aber deutlich pflanzlicher als ihre Verwandten und schädigt deshalb Kulturen direkt.
Das Weibchen bildet ein etwa 11 mm langes Eipaket (Literaturwerte 9 bis 13 mm) mit 22 bis 24 Eiern und klebt es ein bis zwei Tage später an eine geschützte Stelle. Im Lauf seines Lebens schafft es 20 bis 30 solcher Pakete. Die Nymphen brauchen je nach Temperatur sechs bis zwölf Monate bis zur Geschlechtsreife, die fertigen Tiere leben weitere vier bis sechs Monate. Die Art vermehrt sich damit langsamer als die Deutsche Schabe, dafür bleibt ein Befall lange unbemerkt.
Schäden und Risiken
Wie alle Schaben läuft die Australische Schabe durch Abfälle, Kot und Erde und trägt Keime auf Lebensmittel und Arbeitsflächen. Nachgewiesen sind Salmonellen, coliforme Keime und Schimmelpilzsporen. Kot und Häutungsreste zerfallen zu Staub und wirken allergen; in dauerhaft befallenen Gebäuden gelten sie als Asthmaauslöser. In Gärtnereien und Botanischen Gärten kommt der Pflanzenschaden dazu: angefressene Keimlinge, geschälte Wurzeln und beschädigte Früchte.
Vorbeugen
- Pflanzenlieferungen, Substratsäcke und Obstkisten vor dem Einbringen kontrollieren
- neue Ware in einem separaten Raum quarantänieren und mit Klebefallen überwachen
- Hohlräume in Pflanztischen, Heizkanälen und Verkleidungen verschließen
- Pflanzenreste, Fallobst und Substratreste täglich entfernen
- Luftfeuchte und Temperatur so weit senken, wie es die Kultur zulässt
Tipp: Legen Sie Klebefallen entlang der Wärmeleitungen und unter den Pflanztischen aus und notieren Sie Fangzahl und Ort. Weil die Tiere nachts aktiv sind, ist diese Kontrolle oft der einzige Weg, den Herd im großen Gewächshaus einzugrenzen.
Bekämpfen
Mittel der Wahl sind Gelköder, die punktweise an Laufwege und in Verstecke gesetzt werden. Die Tiere tragen den Wirkstoff ins Versteck und geben ihn über Kot und Kadaver an Nymphen weiter. Ergänzend werden Hohlräume verschlossen, Feuchtestellen beseitigt und Pflanzenabfälle konsequent entsorgt.
Sprühen und Vernebeln sind hier besonders ungünstig: Die Tiere flüchten in benachbarte Abteile, der Befall verteilt sich, und Nützlinge im biologischen Pflanzenschutz gehen mit zugrunde. Auch Hausmittel wie Backpulver, Lorbeer oder Ultraschallgeräte bleiben ohne Wirkung. Da die Eipakete jede Behandlung überstehen, sind eine Nachbehandlung nach zwei bis drei Wochen und eine Kontrolle über mehrere Monate nötig.
Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Schaben zählen zu den Gesundheitsschädlingen; in Lebensmittelbetrieben, Kliniken und Gemeinschaftseinrichtungen kann die zuständige Behörde nach § 17 IfSG Bekämpfungsmaßnahmen anordnen.
Wann zum Profi?
In Gewächshäusern, Zoos, Gärtnereien und Lebensmittelbetrieben gehört der Befall von Anfang an in Fachhand, weil sich die Tiere über Heizkanäle im ganzen Gebäude verteilen und der Bekämpfungserfolg dokumentiert werden muss. Auch im Privathaus lohnt sich der Fachbetrieb, denn Verwechslungen mit anderen Arten sind häufig und die Wahl des Köders hängt davon ab. Einen Überblick über alle Arten finden Sie unter Schaben.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie unterscheide ich die Australische von der Amerikanischen Schabe?
Beide sind rotbraun und etwa gleich groß. Die Australische Schabe trägt an der Schulter jedes Vorderflügels einen deutlichen gelben Längsstreifen, der Amerikanischen Schabe fehlt er. Außerdem bleibt sie mit 30 bis 35 mm etwas kleiner und ist stärker an Pflanzen gebunden.
Kann sich die Australische Schabe in Deutschland im Freien halten?
Nein. Sie benötigt dauerhaft Wärme von mindestens 20 °C, optimal um 30 °C, und übersteht keinen mitteleuropäischen Winter im Freien. Dauerhafte Populationen gibt es nur in beheizten Gebäuden wie Gewächshäusern, Tropenhallen, Zoos und warmen Kellern.
Wie kommt die Schabe ins Gewächshaus?
Fast immer mit importierter Ware: Topfpflanzen, Substrate, Schnittblumen, Bananen und andere Übersee-Früchte. Häufig werden nur Eipakete eingeschleppt, die erst Wochen später schlüpfen. Deshalb sind Wareneingangskontrolle und eine Quarantänefläche mit Klebefallen die wirksamste Vorbeugung.