Mauerassel
Flache, graubraune Tiere mit hellen Flecken, die abends aus der Fuge zwischen Kellerwand und Estrich kommen: Die Mauerassel überträgt keine Krankheiten und frisst nichts an, was gesund und trocken ist. Ihr Auftreten in Wohnräumen ist trotzdem ein Befund, denn sie hält sich nur dort auf, wo dauerhaft Feuchtigkeit vorhanden ist.
Mauerassel erkennen
Die Mauerassel wird etwa 13 bis 16 mm lang und ist damit die kräftigste der drei häufigen Hausasseln. Der Körper ist breit oval, abgeflacht und aus deutlich abgesetzten Rückenschilden aufgebaut. Die Oberfläche wirkt glatt und leicht glänzend, die Grundfarbe ist graubraun mit hellen gelblichen Flecken in Längsreihen und einem aufgehellten Seitenrand. Asseln sind keine Insekten, sondern Krebstiere: Sie haben sieben Beinpaare und zwei Fühlerpaare, von denen nur das hintere deutlich zu sehen ist.
- Oberfläche glatt und glänzend, Fühlergeißel aus drei Gliedern
- Die Kellerassel wirkt matt und feinhöckerig, ihre Fühlergeißel hat nur zwei Glieder
- Die Rollassel ist stark gewölbt und rollt sich bei Störung zur perfekten Kugel; die Mauerassel kann das nicht und krümmt sich nur
Wichtig: Einzelne Asseln im Keller sind normal. Finden Sie regelmäßig Tiere im beheizten Wohnraum, im Bad oder hinter Fußleisten, ist das ein Hinweis auf aufsteigende Feuchte, eine defekte Abdichtung oder eine undichte Leitung. Sprühmittel beseitigen dann die Anzeiger, nicht die Ursache.
Lebensweise
Landasseln atmen über kiemenähnliche Organe an den Bauchanhängen und verlieren über den Panzer schnell Wasser. Sie brauchen deshalb hohe Luftfeuchte und ziehen sich tagsüber unter Steine, Rindenstücke, Blumentöpfe, Bretter und Falllaub zurück. Aktiv sind sie in der Dämmerung und nachts. Auf dem Speiseplan stehen abgestorbene Pflanzenteile, Falllaub, Algenbeläge, Pilzrasen und morsches, bereits durchfeuchtetes Holz. Kalk aus Mörtel und Putz nehmen sie für den Panzeraufbau auf, ohne das Mauerwerk dabei zu schädigen.
Die Weibchen tragen ihre Eier in einem flüssigkeitsgefüllten Brutbeutel an der Bauchseite; die Jungtiere verlassen ihn als winzige, hellere Abbilder der Eltern, denen zunächst noch das siebte Beinpaar fehlt – es kommt erst mit der nächsten Häutung dazu. Gehäutet wird in zwei Etappen, erst die hintere, dann die vordere Körperhälfte, weshalb frisch gehäutete Tiere zweifarbig aussehen. Mauerasseln können mehrere Jahre alt werden. Im Garten sind sie ausgesprochen nützlich, weil sie Falllaub zerkleinern und die Humusbildung beschleunigen.
Schäden und Risiken
Von der Mauerassel geht keine Gesundheitsgefahr aus. Sie sticht nicht, beißt nicht, überträgt keine Krankheiten und befällt keine Vorräte. Gesundes, trockenes Bauholz und intakte Möbel rührt sie nicht an, weil ihr Kauwerkzeug auf weiches, verrottendes Material ausgelegt ist.
Der eigentliche Schaden ist indirekt. Wo Mauerasseln dauerhaft im Gebäude leben, herrschen Bedingungen, unter denen auch Schimmel, Silberfischchen und Springschwänze gedeihen und Holzbauteile langfristig leiden. Im Gewächshaus und im Frühbeet können hohe Dichten an Keimlingen und weichen Früchten nagen, im Freiland ist das praktisch bedeutungslos.
Vorbeugen
- Keller regelmäßig lüften, im Sommer bevorzugt nachts und in den frühen Morgenstunden, weil warme Luft sonst an kalten Wänden auskondensiert
- Laub, Rindenmulch, Bretter und Blumentöpfe nicht direkt an die Hauswand legen, besser einen Kies- oder Traufstreifen freihalten
- Lichtschächte reinigen, mit Gitterrost abdecken und den Ablauf freihalten
- Fugen an Kellertüren, Rohrdurchführungen und Fußleisten abdichten, Türdichtungen erneuern
- Undichte Leitungen, verstopfte Fallrohre und defekte Kellerfenster zeitnah instand setzen
Bekämpfen
Eine chemische Bekämpfung ist bei Mauerasseln fast immer überflüssig. Solange die Feuchtequelle besteht, wandern innerhalb weniger Wochen neue Tiere zu; ist sie beseitigt, verschwindet der Bestand von selbst. Einzelne Tiere kehren Sie mit Handfeger und Kehrblech auf und setzen sie im Garten unter einen Holzstapel oder auf den Kompost.
Wirksam sind ausschließlich bauliche Maßnahmen: Zugangswege verschließen, Feuchtigkeit senken, Versteckplätze im Außenbereich entfernen. Wo ausnahmsweise doch ein Präparat eingesetzt wird, etwa als Sperrstreifen an einer Kellertür, kommen zugelassene Mittel gegen kriechende Insekten infrage. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Tipp: Um die Eintrittsstelle zu finden, legen Sie abends mehrere Streifen feuchte Pappe oder zusammengefaltetes Zeitungspapier an verdächtige Wandkanten. Am Morgen sitzen die Asseln darunter, und die Stelle mit den meisten Tieren zeigt Ihnen, wo Sie abdichten oder trockenlegen müssen.
Wann zum Profi?
Rufen Sie Hilfe, wenn Asseln trotz abgedichteter Fugen in Wohnräumen auftauchen, wenn gleichzeitig muffiger Geruch, Salzausblühungen oder dunkle Flecken an Wandsockeln zu sehen sind oder wenn Massen von Tieren aus einem Estrichaufbau kommen. Das ist kein Schädlingsproblem, sondern ein Bauwerksproblem. Zuständig sind dann eine Feuchtemessung und gegebenenfalls eine Bauwerksabdichtung. Ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb hilft bei der Artbestimmung und dabei, andere Feuchtezeiger im Gebäude einzuordnen.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie unterscheide ich Mauerassel, Kellerassel und Rollassel?
Die Mauerassel ist glatt und leicht glänzend und hat helle Flecken in Längsreihen, ihre Fühlergeißel besteht aus drei Gliedern. Die Kellerassel wirkt matt und feinhöckerig, ihre Fühlergeißel hat nur zwei Glieder. Die Rollassel ist stark gewölbt und rollt sich bei Störung zu einer geschlossenen Kugel, was Mauer- und Kellerassel nicht können.
Sind Mauerasseln in der Wohnung gefährlich?
Nein. Sie stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und gehen weder an Lebensmittel noch an trockenes Holz oder Textilien. Der eigentliche Hinweiswert liegt woanders: Wo sie dauerhaft im Wohnraum leben, ist die Luft- oder Bauteilfeuchte zu hoch, und genau das sollten Sie klären.
Woher kommen die Asseln plötzlich im Keller?
Meist wandern sie von außen zu, über Lichtschächte, Türfugen, Rohrdurchführungen und Risse im Sockelbereich, besonders im Spätsommer und Herbst. Wenn sie dagegen mitten im Raum oder hinter Fußleisten auftauchen, liegt die Ursache im Gebäude, etwa eine undichte Leitung oder aufsteigende Feuchte. Feuchte Pappe über Nacht hilft, die Stelle einzugrenzen.
Hilft ein Spray gegen Mauerasseln?
Nur kurzfristig. Solange die Feuchtequelle besteht, wandern innerhalb weniger Wochen neue Tiere zu, und Sie behandeln immer wieder das Symptom. Dauerhaft wirken nur trockengelegte Wände, abgedichtete Fugen und ein aufgeräumter Sockelbereich ohne Laub, Bretter und Töpfe an der Hauswand.