Maiskäfer
Kleine dunkelbraune Käfer mit auffälligem Rüssel, die aus dem Maisgrieß, dem Popcornmais oder dem Vogelfutter krabbeln: Das ist der Maiskäfer, auch Maisrüssler genannt. Seine Larven wachsen im Inneren ganzer Körner heran, von außen ist lange nichts zu sehen. Mit dem Maiswurzelbohrer vom Acker hat er nichts zu tun – er ist ein reiner Lagerschädling.
Maiskäfer erkennen
Erwachsene Maiskäfer sind 2,5 bis 4 Millimeter lang, mattbraun bis fast schwarz und tragen einen langen, nach unten gebogenen Rüssel, mit dem sie sich in Körner bohren. Auf jeder Flügeldecke sitzen zwei hellrötliche Flecken.
Der entscheidende Unterschied zum ähnlichen Kornkäfer: Der Maiskäfer kann fliegen, der Kornkäfer nicht. Deshalb befällt er Getreide teils schon auf dem Feld und breitet sich im Lager schneller aus. Vom Reiskäfer ist er mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden.
- Ausgefranste Ausschlupflöcher in Mais-, Weizen- oder Reiskörnern
- Auffallend leichte Körner: Bei der Schwimmprobe im Wasserglas treiben ausgefressene Körner oben
- Käfer auf Fensterbänken und in Vorratsgläsern, Fraßmehl am Behälterboden
- Warme Stellen im Getreidehaufen und süßlich-muffiger Geruch der Ware
Lebensweise
Der Maiskäfer ist ein Primärschädling: Er greift unbeschädigte, ganze Körner an. Das Weibchen nagt ein Loch in ein Korn, legt ein Ei hinein und verschließt die Öffnung mit einem Sekretpfropf – von außen bleibt der Befall unsichtbar.
Ein Weibchen legt 150 bis 300 Eier. Die Larve frisst das Korn von innen aus, verpuppt sich darin und verlässt es erst als Käfer. Bei 27 bis 31 Grad und rund 70 Prozent Luftfeuchte dauert die Entwicklung nur 30 bis 40 Tage – vier bis sechs Generationen im Jahr sind möglich. Unter 15 Grad stoppt sie, unter 10 Grad sterben die Tiere ab.
Erwachsene Käfer leben mehrere Monate. Neben Mais befallen sie Weizen, Reis, Gerste und Hirse, außerdem Nudeln und Tierfutter. In Privathaushalte gelangen sie meist mit Vogelfutter, Popcornmais oder Dekomais.
Schäden und Risiken
Maiskäfer stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Der Schaden ist wirtschaftlich und hygienisch.
Der Fraßverlust kann in schlecht geführten Lagern erhebliche Anteile der Partie erreichen. Schwerer wiegt der Folgeschaden: Der Stoffwechsel der Tiere setzt Wärme und Feuchtigkeit frei, in den Nestern steigt die Kornfeuchte, es kommt zu Schimmel und Mykotoxinen, und Mehlmilben siedeln sich an. Befallenes Getreide ist als Saatgut unbrauchbar, Kot und Häutungsreste verunreinigen Lebensmittel.
Vorbeugen
- Getreide, Mais, Reis, Nudeln und Tierfutter in dicht schließenden Gefäßen aus Glas oder Metall lagern
- Neue Ware vor dem Einräumen sichten, besonders loses Getreide und Vogelfutter
- Vorräte kühl und trocken halten: unter 15 Grad findet keine Vermehrung statt
- Kleine Mengen kaufen und ältere Ware zuerst verbrauchen
- Vorratsschränke zweimal im Jahr ausräumen, aussaugen und Fugen auswischen
- Dekomais und Erntekränze nicht neben Lebensmitteln aufbewahren
Bekämpfen
Der erste Schritt ist immer, die Quelle zu finden. Prüfen Sie jede Packung im Schrank, auch ungeöffnete.
- Befallene Lebensmittel luftdicht verpackt über den Restmüll entsorgen
- Schrank ausräumen und mit der Fugendüse aussaugen, Beutel draußen entsorgen
- Ritzen, Bohrlöcher und Regalböden mit heißem Essigwasser auswischen
- Nicht befallene Restware sichern: sieben Tage bei minus 18 Grad einfrieren oder eine Stunde bei 60 Grad erhitzen
- Pheromonfallen aufstellen und über mehrere Wochen kontrollieren
Ehrlich bewertet: Pheromonfallen sind ein Kontrollinstrument, keine Bekämpfung. Lorbeerblätter, Nelken und Lavendel vertreiben Vorratskäfer nicht, Insektensprays sind im Lebensmittelschrank weder zulässig noch wirksam.
Tipp: In Getreidelagern hat sich die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) bewährt. Die winzige Schlupfwespe spürt Käferlarven im Korn auf und parasitiert sie – eine der wenigen Methoden, die versteckte Stadien erreicht. Für Menschen ist sie harmlos.
Wann zum Profi?
In der Wohnung schaffen Sie einen Befall meist selbst. Einen IHK-geprüften Schädlingsbekämpfer brauchen Sie, wenn nach zwei bis drei Monaten weiter Käfer auftauchen oder die Quelle in Hohlräumen des Küchenbaus sitzt.
In Mühlen, Bäckereien und landwirtschaftlichen Lagern gehört die Bekämpfung in Fachhand. Dort kommen Kieselgur, Wärmeentwesung, Kühlung und in schweren Fällen eine Begasung zum Einsatz.
Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. In Lebensmittelschränken haben sie nichts zu suchen.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Was ist der Unterschied zwischen Maiskäfer und Kornkäfer?
Der Maiskäfer trägt vier hellrötliche Flecken auf den Flügeldecken und ist flugfähig, der Kornkäfer ist einfarbig dunkel und kann nicht fliegen. Dadurch befällt der Maiskäfer Getreide teils schon auf dem Feld und verbreitet sich im Lager schneller. Die Lebensweise im Korn ist bei beiden gleich.
Kann ich befallenes Mehl oder Getreide noch verwenden?
Nein. Befallene Ware enthält Kot, Häutungsreste und Larven, häufig zusätzlich Schimmel. Entsorgen Sie sie luftdicht verpackt über den Restmüll. Vorräte aus demselben Schrank, die noch sauber wirken, können Sie durch sieben Tage Tiefkühlen bei minus 18 Grad sichern.
Wie kommen Maiskäfer in meine Küche?
Meist mit gekaufter Ware: lose gehandeltes Getreide, Vogel- und Nagerfutter, Popcornmais, Nudeln oder Reis aus befallener Lagerhaltung. Auch Dekomais und Erntegestecke sind eine typische Quelle. Da die Käfer fliegen können, wandern sie im Haus von der Quelle aus in andere Schränke.
Bei welcher Temperatur sterben Maiskäfer ab?
Unter 15 Grad stoppt die Entwicklung, unter 10 Grad sterben die Tiere allmählich ab. Sicher abgetötet werden alle Stadien durch sieben Tage bei minus 18 Grad oder durch eine Stunde bei 60 Grad. Kühle Lagerung ist deshalb die wirksamste Dauermaßnahme.