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Gesundheitsschädling

Igelfloh

Nach dem Aufräumen im Gartenhaus jucken abends die Knöchel, und im Fell der Katze sitzen kleine braune Springer. Der erste Verdacht lautet fast immer Katzenfloh. Häufig steckt aber der Igelfloh dahinter, einer der häufigsten Flöhe in deutschen Gärten und der Grund für viele Fehlalarme.

Igelfloh erkennen

Der Igelfloh ist rund 2 bis 3,5 mm lang, seitlich stark abgeflacht, glänzend hell- bis dunkelbraun und mit kräftigen Sprungbeinen ausgestattet. Weibchen sind deutlich größer als Männchen. Mit bloßem Auge lässt er sich von anderen Flöhen nicht unterscheiden, sicher trennt ihn nur das Mikroskop.

  • Am Kopfunterrand stehen nur wenige kräftige Dornen statt eines vollständigen Kamms; beim Katzenfloh ist dieser Kamm lückenlos ausgebildet
  • Der Fundort ist der beste Hinweis: Igelnest, Laub- und Reisighaufen, Igelhaus, Komposthaufen, Gartenschuppen
  • Auf dem Igel selbst sitzen oft dutzende Tiere, besonders gut sichtbar an Nase, Augenrand und Ohren

Wichtig: Der Igel gehört zu den besonders geschützten Arten; für ihn gelten die Zugriffsverbote des § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Er darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, und seine Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Nur kranke, verletzte oder hilflose Tiere dürfen zur Gesundpflege aufgenommen werden. Ein besetztes Nest bleibt liegen, auch wenn darin Flöhe leben. Die Bekämpfung richtet sich nie gegen den Igel, sondern gegen die Flöhe in Ihrer Umgebung.

Lebensweise

Der Igelfloh ist ein Nestfloh. Nur die erwachsenen Tiere saugen Blut; sie halten sich zeitweise im Fell oder Stachelkleid des Wirts auf und kehren immer wieder in das Nest zurück. Die Eier sind glatt und fallen aus dem Fell in das Nestmaterial. Dort leben die beinlosen Larven von organischem Material und vor allem vom blutreichen Kot der erwachsenen Flöhe, verpuppen sich in einem Kokon und schlüpfen erst, wenn Erschütterung, Wärme und Kohlendioxid einen Wirt ankündigen. Genau deshalb springen Sie an, sobald jemand einen alten Laubhaufen bewegt.

Die Hauptsaison reicht von April bis Oktober mit einem Höhepunkt im Spätsommer, wenn die Igelpopulation am größten ist. Wie alle Flöhe ist die Art nicht streng wirtstreu: Sie geht bei Gelegenheit auf Hund, Katze und Mensch über. Anders als der Hundefloh oder der Katzenfloh baut sie dort aber in aller Regel keine dauerhafte Population auf, weil ihre Entwicklung an das Igelnest gebunden ist.

Schäden und Risiken

Die Stiche sitzen typischerweise an Unterschenkeln, Knöcheln und Handgelenken, oft in kleinen Gruppen oder Reihen. Sie hinterlassen einen zentralen roten Punkt mit Quaddel und jucken teils tagelang. Als Krankheitsüberträger spielt der Igelfloh in Deutschland nach heutigem Kenntnisstand keine praktische Rolle: In Untersuchungen wurden zwar Bakterien wie Rickettsien und Bartonellen in Igelflöhen gefunden, Erkrankungen des Menschen sind daraus hierzulande aber nicht bekannt. Vorräte oder Material greift die Art nicht an.

Praktisch relevanter ist die Verwechslung: Wer den Igelfloh für einen Katzenfloh hält, behandelt oft monatelang Wohnung und Haustier, obwohl die Quelle im Garten liegt. Umgekehrt bleibt ein echter Katzenflohbefall unentdeckt, wenn alles dem Igel zugeschrieben wird. Für Hunde und Katzen mit Flohspeichelallergie können auch einzelne Stiche heftigen Juckreiz auslösen.

Vorbeugen

  • Laub-, Reisig- und Komposthaufen mit Abstand zur Hauswand anlegen, nicht direkt vor Kellerfenster oder Terrassentür
  • Kellerschächte und offene Kriechkeller abdecken, damit dort kein Igel sein Nest baut
  • Beim Arbeiten an alten Laubhaufen lange Hose, geschlossene Schuhe und helle Socken tragen; Kleidung danach bei 60 Grad waschen
  • Hund und Katze nach Freigang kurz durchkämmen, besonders im Spätsommer
  • Igelhäuser nur reinigen, wenn sie sicher unbewohnt sind, also nicht im Winter und nicht in der Aufzuchtzeit

Bekämpfen

Weil sich der Igelfloh im Haus nicht dauerhaft vermehrt, endet ein eingeschleppter Befall meist von selbst. Beschleunigen lässt sich das mit gründlichem Saugen von Teppichen, Fußleisten und Polstern; den Beutel danach verschlossen in die Restmülltonne geben. Textilien und Tierdecken bei 60 Grad waschen oder für mehrere Tage ins Gefrierfach legen. Kontrollieren Sie parallel mit hellen Socken oder einer Wasserschale, ob wirklich noch Tiere aktiv sind.

Haustiere behandeln Sie ausschließlich mit einem tierärztlich empfohlenen Präparat für die jeweilige Tierart. Ein Raumspray oder Vernebler ist bei Igelflöhen selten nötig und ersetzt das Beseitigen der Quelle im Garten nicht. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Tipp: Behandeln Sie niemals einen Igel auf eigene Faust. Viele Insektizide für Hund und Katze sind für Igel giftig, und ein gesunder Igel verträgt seine Flöhe gut. Bei stark geschwächten Tieren übernimmt das eine Igelstation oder eine Tierarztpraxis.

Wann zum Profi?

Ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb ist sinnvoll, wenn die Stiche über Wochen anhalten, obwohl im Garten keine Igelquelle mehr existiert. Dann liegt der Verdacht auf einer anderen Art nahe, etwa dem Katzenfloh, dem Menschenfloh oder auf einem verlassenen Vogelnest im Dachbereich. Ein Fachbetrieb bestimmt die Art mikroskopisch und findet die eigentliche Brutstätte. Sitzt das Nest unter einem Anbau oder im Kriechkeller, klären Sie die Entfernung vorher mit der unteren Naturschutzbehörde ab.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Sind das Igelflöhe oder doch Katzenflöhe?

Mit bloßem Auge lassen sich die beiden nicht trennen, sicher gelingt das nur mikroskopisch. Ein starkes Indiz ist der Zusammenhang: Treten die Stiche nach Gartenarbeit, dem Umsetzen eines Laubhaufens oder der Reinigung eines Igelhauses auf, spricht das für den Igelfloh. Nimmt der Befall dagegen in der Wohnung über Wochen zu, sollten Sie an den Katzenfloh denken.

Können Igelflöhe in meiner Wohnung überleben?

Sie stechen zwar, bauen im Haus aber in aller Regel keine dauerhafte Population auf. Die Larven brauchen das Nestmaterial des Igels als Entwicklungsgrundlage, das fehlt in der Wohnung. Eingeschleppte Tiere verschwinden meist innerhalb weniger Wochen, gründliches Saugen und 60-Grad-Wäsche beschleunigen das.

Muss ich einen Igel mit Flöhen behandeln?

Nein. Ein gesunder Igel kommt mit seinem Flohbesatz gut zurecht, und viele Präparate für Hund und Katze sind für Igel giftig. Behandeln Sie deshalb nie auf eigene Faust. Nur bei geschwächten oder verletzten Tieren gehört die Entscheidung in die Hände einer Igelstation oder einer Tierarztpraxis.

Was mache ich mit dem Laubhaufen, aus dem die Flöhe kommen?

Solange darin ein Igel lebt, bleibt der Haufen unangetastet, denn Ruhestätten geschützter Tiere dürfen nicht zerstört werden. Ist er nachweislich unbewohnt, setzen Sie ihn mit Handschuhen und langer Kleidung um und legen ihn mit deutlichem Abstand zur Hauswand neu an. Kellerschächte und Kriechkeller decken Sie am besten gleich mit ab.