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Lästling

Heimchen

Ein durchdringendes Zirpen hinter der Fußleiste, jede Nacht aus derselben Ecke: Dahinter steckt fast immer das Heimchen (Acheta domesticus), eine wärmeliebende Grille aus Südwestasien. Draußen übersteht sie deutsche Winter nicht, in geheizten Kellern und Bäckereien vermehrt sie sich ganzjährig. Sie sticht nicht, beißt nicht und überträgt keine Krankheiten. Zum Lästling wird sie durch Lärm, Kot in Vorräten und ihr Vermehrungstempo.

Heimchen erkennen

Heimchen sind 16 bis 20 Millimeter lang, strohgelb bis hellbraun und auf Kopf und Halsschild dunkel gefleckt. Die fadenförmigen Fühler werden länger als der Körper. Weibchen tragen einen geraden, 10 bis 14 Millimeter langen Legestachel; er dient der Eiablage, nicht der Verteidigung. Gezirpt wird nur von den Männchen.

Typische Befallsanzeichen:

  • hohes Zirpen ab der Dämmerung, das bei Annäherung abbricht
  • schwarzbraune Kotkrümel in Sandkorngröße in Ritzen und Vorratsschränken
  • springende Tiere beim nächtlichen Lichteinschalten, meist in Küche oder Heizungskeller
  • helle Häutungshüllen und angefressene Kartonagen

Die Feldgrille ist größer, glänzend schwarz und lebt nur im Freien. Nymphen der Deutschen Schabe sind ähnlich hellbraun, laufen aber statt zu springen. Hausgrille ist ein zweiter Name für dieselbe Art.

Lebensweise

Heimchen fressen fast alles: Mehl, Brot, Obst, Tierfutter, tote Insekten, bei Futtermangel auch Papier und Naturtextilien. Aktiv werden sie nach Einbruch der Dunkelheit, tagsüber sitzen sie in Mauerritzen und Hohlräumen.

Entscheidend ist die Temperatur: Bei 28 bis 33 Grad dauert die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier zwei bis drei Monate, unter 20 Grad viele Monate, unter etwa 15 Grad steht sie still. Ein Weibchen legt über sein Leben oft 400 bis 900 Eier einzeln in feuchtes Substrat, die Nymphen häuten sich acht- bis elfmal. In einem dauerwarmen Keller folgen mehrere Generationen pro Jahr aufeinander. Ins Haus gelangen die Tiere meist als entwichene Futtergrillen aus dem Zoofachhandel oder aus Müllräumen und Nachbarwohnungen.

Schäden und Risiken

Heimchen sind keine Gesundheitsschädlinge. Die realen Probleme:

  • Lärm: Das Zirpen liegt bei 4 bis 5 Kilohertz, trägt gut durch Wände und raubt zuverlässig den Schlaf.
  • Verunreinigung: Kot, Häutungsreste und tote Tiere in Vorräten und Maschinen. In Lebensmittelbetrieben ist das ein Hygienemangel und wird beanstandet.
  • Fraßschäden: begrenzt an Papier, Kartonagen und Naturtextilien.
  • Allergien: Bei täglichem Umgang mit großen Mengen, etwa in Grillenzuchten, sind Sensibilisierungen beschrieben. Im Wohnumfeld ist das Risiko gering.

Heimchen vorbeugen

  • Temperatur in Heizungskeller, Trocknerraum und Müllraum niedrig halten
  • Fugen, Rohrdurchführungen und Lichtschächte abdichten, Lüftungen mit Gittern (maximal 2 mm Maschenweite) sichern
  • Futtergrillen nur über einem geschlossenen Behälter umfüllen, entwichene Tiere sofort einsammeln
  • Vorräte und Tierfutter in dicht schließenden Behältern aus Glas oder Metall lagern
  • undichte Leitungen reparieren: Ohne feuchtes Substrat legen die Weibchen kaum Eier ab. Mehr dazu unter Schädlingsbefall verhindern.

Heimchen bekämpfen

Am Anfang steht die Ortung: Notieren Sie über zwei bis drei Nächte, woher das Zirpen kommt. Die Quelle liegt fast immer an der wärmsten Stelle. Was wirklich hilft:

  • Temperatur senken. Unter dauerhaft 15 bis 18 Grad bricht die Vermehrung zusammen, das ist die wirksamste Einzelmaßnahme.
  • Klebefallen für Schaben entlang der Wände und hinter Geräten auslegen; sie fangen Tiere und zeigen den Schwerpunkt.
  • Verstecke beseitigen: entrümpeln, Ritzen verschließen.
  • Fraßköder und Stäubemittel gegen Schaben wirken auch gegen Heimchen.

Nichts bringen Ultraschallgeräte, Duftsteine und Hausmittel wie Essig oder Kaffeepulver. Sprühdosen töten sichtbare Tiere, erreichen aber weder Eier im Substrat noch Nymphen in Hohlräumen. Die Selbsthilfe endet dort, wo die Quelle außerhalb Ihrer Wohnung liegt.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Köder und Stäubemittel gehören in Ritzen und Hohlräume, nie auf offene Flächen in Reichweite von Kindern oder Lebensmitteln.

Wann zum Profi?

Rufen Sie einen Schädlingsbekämpfer, wenn das Zirpen aus dem Mauerwerk oder aus dem Nachbarbereich kommt, wenn im Mehrfamilienhaus mehrere Parteien betroffen sind oder wenn sich nach vier bis sechs Wochen nichts ändert. In Bäckereien, Küchen und Lebensmittellagern ist professionelle Bekämpfung Standard. Der Fachbetrieb sucht die Brutstelle und kontrolliert mit Monitoringfallen nach.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Sind Heimchen gefährlich?

Nein. Heimchen übertragen keine Krankheiten, stechen nicht und beißen den Menschen nicht. Sie gelten als Lästlinge, weil ihr Zirpen den Schlaf raubt und ihr Kot Vorräte und Arbeitsflächen verunreinigt. Nur bei täglichem Umgang mit großen Mengen, etwa in Grillenzuchten, sind Allergien gegen Grillenallergene bekannt.

Wie kommen Heimchen in die Wohnung?

Der häufigste Weg sind Futtergrillen aus dem Zoofachhandel, aus deren Dosen einzelne Tiere entkommen. Daneben werden Heimchen mit Warenlieferungen und Verpackungen eingeschleppt oder wandern aus Müllräumen, Heizungskellern und Nachbarwohnungen zu. Im Spätsommer ziehen sie aus dem Freien in warme Gebäude.

Verschwinden Heimchen im Winter von allein?

Draußen ja, in beheizten Gebäuden nicht. Heimchen stammen aus Südwestasien und überstehen mitteleuropäische Winter im Freien nicht. Innen finden sie bei über 20 Grad ganzjährig Brutbedingungen und vermehren sich ohne Winterpause weiter. Ohne Eingriff wird der Befall über die Monate stärker statt schwächer.

Wie finde ich heraus, wo die Heimchen sitzen?

Gehen Sie nachts durch die Räume und bleiben Sie bei jedem Zirpen stehen; die Tiere verstummen bei Erschütterung und setzen nach ein bis zwei Minuten wieder ein. Prüfen Sie zuerst die wärmsten Stellen: Heizungsleitungen, Rohrschächte, Geräterückseiten. Klebefallen entlang der Wände zeigen nach zwei bis drei Nächten den Schwerpunkt.