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Materialschädling

Ofenfischchen

Das Ofenfischchen ist der Hitzespezialist unter den Fischchen: Es fühlt sich erst bei 37 bis 41 °C richtig wohl. Deshalb trifft man es nicht im Bad, sondern hinter dem Backofen, im Heizungskeller, an Warmwasserleitungen und vor allem in Bäckereien. Es überträgt keine Krankheiten, frisst aber Papier, Etiketten und stärkehaltige Ware und verunreinigt Lebensmittel mit Kot und Häutungsresten.

Ofenfischchen erkennen

Der Körper ist 10 bis 13 mm lang, spindelförmig und zum Hinterleib hin verjüngt, dazu kommen drei lange Schwanzfäden und Fühler von etwa Körperlänge. Anders als das silbrig glänzende Silberfischchen wirkt das Ofenfischchen matt, graubraun und deutlich gefleckt. Vom größeren, gleichmäßig grauen Papierfischchen und vom Kammfischchen unterscheidet es der Aufenthaltsort: Beide leben bei normaler Zimmertemperatur, Ofenfischchen suchen die Hitze.

  • flinke Tiere, die beim Einschalten des Lichts in Fugen verschwinden
  • Fundorte nahe Wärmequellen, in Rohrschächten und hinter Sockelleisten
  • Löcher und Fraßspuren an Papier, Kartonagen, Etiketten und Tapetenrändern
  • helle Häutungshemden und schwarze Kotkrümel in Ritzen und Mehlstaub

Lebensweise

Ofenfischchen sind nachtaktiv und lichtscheu. Tagsüber sitzen sie in Ritzen, Dehnungsfugen und unter Dämmmaterial. Sie fressen Stärke und Zucker in jeder Form: Mehlstaub, Kleister, Buchbinderleim, Papier, Verpackungen, Textilien mit Stärkeappretur, dazu Hautschuppen und tote Insekten. Wochenlanges Hungern überstehen sie problemlos.

Ein Weibchen legt über sein Leben mehr als 200 Eier, meist in Portionen von etwa 50 Stück tief in Fugen. Bei 37 °C sind die Tiere nach zwei bis vier Monaten geschlechtsreif, bei 25 °C dauert es ein Jahr und darunter kommt die Entwicklung praktisch zum Erliegen. Erwachsene Tiere häuten sich weiter und werden zwei bis drei Jahre alt. Ein Befall baut sich deshalb langsam auf und fällt oft erst auf, wenn schon Hunderte Tiere im Gebäude leben.

Schäden und Risiken

Für die Gesundheit sind Ofenfischchen ungefährlich. Sie stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Die feinen Häutungsreste können bei starkem Befall zur Staubbelastung beitragen und Allergien verstärken. Der eigentliche Schaden ist materieller Art: Fraßlöcher in Büchern, Fotos, Archivgut, Etiketten und Kartonagen, ausgefressene Tapetenränder und angenagte Klebebindungen. In Bäckereien und Lebensmittelbetrieben kommt die Verunreinigung von Mehl, Teigresten und Halbfertigware hinzu, was schnell zu Beanstandungen bei der Lebensmittelkontrolle führt.

Vorbeugen

  • Temperatur senken, wo es geht: Unter 25 °C vermehren sich die Tiere kaum noch
  • Rohrschächte, Dehnungsfugen und Sockelleisten dauerhaft abdichten
  • Mehlstaub, Krümel und Papierreste hinter Geräten und unter Maschinen regelmäßig entfernen
  • Kartonagen und Altpapier nicht an warmen Wänden lagern
  • Klebefallen an Wärmequellen auslegen und monatlich kontrollieren

Tipp: Klebefallen entlang der Wand zeigen, aus welcher Richtung die Tiere kommen. Fangen mehrere Fallen nahe einer Rohrdurchführung, sitzt der Herd dahinter und nicht im Raum selbst.

Bekämpfen

Der wirksamste Hebel ist die Wärme. Isolieren Sie Heizungsrohre, senken Sie die Temperatur in Technikräumen und beseitigen Sie Nahrungsquellen wie Mehlstaub und Papierlager. Anschließend werden alle Zugänge geschlossen: Fugen mit Acryl verfüllen, Rohrdurchführungen abdichten, Revisionsklappen dicht einpassen.

Gegen die verbliebenen Tiere haben sich Köderdosen mit Fraßködern bewährt, die auch in Verstecken wirken. In trockene Hohlräume und hinter Sockelleisten lässt sich Kieselgur einbringen, die die Wachsschicht der Tiere zerstört; sie wirkt langsam, dafür monatelang. Sprühmittel auf glatten Flächen bringen wenig, weil die Tiere dort kaum laufen. Hausmittel wie Kartoffelscheiben, Lavendel oder Essig haben keine Wirkung. Rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten bis zur Befallsfreiheit.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. In Backstuben und Küchen dürfen Köder und Stäube nur an für Lebensmittel unzugänglichen Stellen ausgebracht werden.

Wann zum Profi?

In Bäckereien, Großküchen und Lebensmittelbetrieben gehört ein Ofenfischchenbefall von Anfang an in Fachhand, weil er dokumentiert und im Rahmen des Hygienekonzepts abgearbeitet werden muss. Auch im Wohnhaus lohnt der Fachbetrieb, wenn die Tiere aus Schächten oder Zwischendecken kommen, die Sie nicht öffnen können, oder wenn nach einem halben Jahr eigener Maßnahmen weiter Fänge auftreten.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Was ist der Unterschied zwischen Ofenfischchen und Silberfischchen?

Silberfischchen sind silbrig glänzend und brauchen hohe Luftfeuchte bei etwa 25 bis 30 °C, weshalb man sie im Bad findet. Ofenfischchen sind matt graubraun gefleckt und bevorzugen 37 bis 41 °C bei trockener Luft. Sie sitzen an Heizungen, Backöfen und Warmwasserleitungen.

Sind Ofenfischchen gefährlich?

Nein. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Bei starkem Befall tragen die Häutungsreste zur Staubbelastung bei und können Allergien verstärken. Der Schaden betrifft vor allem Papier, Verpackungen und die Hygiene in Lebensmittelbetrieben.

Wie lange dauert es, Ofenfischchen loszuwerden?

Planen Sie drei bis sechs Monate ein. Die Tiere leben versteckt, werden mehrere Jahre alt und Eier in tiefen Fugen werden von keinem Mittel erreicht. Entscheidend ist, die Wärmequelle zu entschärfen und die Verstecke dauerhaft zu verschließen, sonst kehrt der Befall zurück.