Glänzendschwarzer Getreideschimmelkäfer
Der Glänzendschwarze Getreideschimmelkäfer geht keine einwandfreie Ware an. Er taucht dort auf, wo Getreide, Futter oder Einstreu bereits feucht geworden und angeschimmelt sind. In Geflügelställen tritt Alphitobius diaperinus dann in Massen auf, frisst sich in Dämmstoffe und verschleppt Krankheitserreger.
Glänzendschwarzer Getreideschimmelkäfer erkennen
Die Käfer sind 5,5 bis 6 mm lang, oval, flach gewölbt und einfarbig schwarzbraun bis schwarz mit deutlichem Glanz. Frisch geschlüpfte Tiere sind noch rotbraun und dunkeln erst nach. Die Larven werden etwa 11 mm lang, sind anfangs milchig weiß und färben sich später gelbbraun; sie erinnern an kleine Mehlwürmer, sind aber schlanker und deutlich beweglicher.
- Käfer laufen schnell, meiden Licht und sitzen unter Futtersäcken, Brettern und Tränken
- Larven bohren Gänge in Hartschaum- und Styropordämmung an Stallwänden und Decken
- Massenauftreten fast immer erst bei feuchter, angeschimmelter Ware oder nasser Einstreu
Wichtig: Diese Art ist ein Sekundärschädling. Wenn sie auftaucht, ist das Lagergut bereits feucht und verpilzt. Eine reine Käferbekämpfung ohne Trocknen und Aussortieren der Ware bringt nichts, denn der Befall kommt zurück, solange die Feuchtigkeit bleibt.
Lebensweise
Die Art stammt aus Afrika und ist über den Warenverkehr fast weltweit verschleppt worden. In Deutschland überlebt sie im Freien nicht dauerhaft, sondern nur in beheizten Ställen, Mühlen, Lagern und Bäckereien. Vermehrung findet erst oberhalb von etwa 15 °C statt; in warmen Geflügelställen mit 20 bis 30 °C laufen die Generationen dagegen fast ohne Pause durch.
Die Weibchen legen ihre Eier in Einstreu, Futterreste und feuchtes Getreide. Larven und Käfer fressen dort Schimmelpilze, verdorbenes Futter, Kot und tote Tiere, auch Kannibalismus kommt vor. Zur Verpuppung verlassen die Larven das Substrat und suchen festes Material, und genau deshalb bohren sie sich in Dämmplatten, Holz und Isolierungen. Erwachsene Käfer leben mehrere Monate und legen in dieser Zeit hunderte Eier. Bekannt sind die Larven auch als Buffalowürmer, die in der EU als Futtermittel und seit 2023 als Lebensmittel zugelassen sind; Tiere aus einem Stallbefall sind dafür selbstverständlich ungeeignet.
Schäden und Risiken
An Lagerware frisst der Käfer vor allem an bereits geschädigtem Getreide, an Mehl, Reis, Kakao, Ölsaaten und Trockenfutter und verunreinigt sie zusätzlich mit Kot und Häutungsresten. Feuchte, verschimmelte Vorräte ziehen daneben Vorratsmilben wie die Modermilbe an. Der größere wirtschaftliche Schaden entsteht jedoch in Ställen: Die Larven zerstören Dämmung und Bodenaufbauten, was die Bausubstanz schwächt und die Heizkosten steigen lässt.
Hygienisch bedeutsam ist die Verschleppung von Erregern. Aus den Käfern wurden unter anderem Salmonellen und krankmachende Escherichia-coli-Stämme isoliert; die Tiere laufen zwischen Kot und Futter hin und her. Junge Küken picken die Käfer auf, was die Erregeraufnahme begünstigt. In stark befallenen Ställen sind außerdem Haut- und Atemwegsreizungen durch Staub aus Käferresten beschrieben. Oft tritt gleichzeitig die Rote Vogelmilbe auf, die aber am Tier saugt und ganz anders bekämpft werden muss. In Wohnungen ist der Käfer selten und dann meist mit verschimmeltem Vogel- oder Tierfutter eingeschleppt.
Vorbeugen
- Getreide und Futter trocken einlagern und Feuchtenester in Silos und Schüttungen vermeiden
- Lagerräume vor jeder Neubefüllung leer räumen, ausfegen und Altware aus den Ecken entfernen
- Ställe zwischen den Durchgängen vollständig entmisten, reinigen und gründlich abtrocknen lassen
- Dämmplatten und Bodenanschlüsse dicht verkleiden, offene Hartschaumkanten abdecken
- Undichte Tränken sofort reparieren, denn feuchte Einstreu darunter ist der klassische Brutherd
Bekämpfen
Im Haushalt reicht es fast immer, die befallene Packung zu entsorgen, den Schrank auszusaugen und feucht auszuwischen. Prüfen Sie dabei alle Trockenwaren in der Nähe und füllen Sie sie anschließend in dicht schließende Behälter um. Ware ohne sichtbaren Befall wird durch eine Woche bei minus 18 °C sicher käferfrei.
Im Stall und im Lager sieht es anders aus. Wirksam ist die Behandlung im leeren, gereinigten Objekt vor dem Einstallen, solange es noch warm und die Käfer aktiv sind: erst entmisten und reinigen, dann behandeln. Insektizide dürfen im Tierbereich nur nach den Auflagen des Etiketts eingesetzt werden; ob ein Mittel nur im leeren Stall oder auch bei anwesenden Tieren angewendet werden darf, steht in der Zulassung des jeweiligen Produkts. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Tipp: Legen Sie zur Erfolgskontrolle Rohrstücke oder gefaltete Wellpappe in die Einstreu. Käfer und Larven verkriechen sich darin, und Sie sehen beim Herausnehmen sofort, ob die Population nach der Reinigung wirklich zurückgegangen ist.
Wann zum Profi?
In Tierhaltungs-, Futtermittel- und Lebensmittelbetrieben gehört die Bekämpfung grundsätzlich in die Hand eines Fachbetriebs. Nur dort lassen sich die im Tierbereich erlaubten Mittel, die Wartezeiten und die Dokumentationspflichten sauber abbilden, und nur dort ist die Begasung größerer Getreidepartien möglich. Auch privat lohnt der Anruf, wenn Käfer immer wieder auftauchen, obwohl alle Vorräte kontrolliert wurden, denn dann sitzt der Herd oft in einem feuchten Hohlraum oder in altem Futter. Verwandte Arten wie Mehlkäfer, Moderkäfer und Rotbrauner Reismehlkäfer verlangen jeweils andere Schwerpunkte, deshalb lohnt sich eine sichere Bestimmung vorab.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Warum habe ich plötzlich schwarze Käfer im Vogelfutter?
Der Glänzendschwarze Getreideschimmelkäfer entwickelt sich nur in feuchter, angeschimmelter Ware. Meist wurde ein Sack Vogel- oder Tierfutter zu lange offen oder zu feucht gelagert. Entsorgen Sie die Packung und lagern Sie den Rest trocken in einem dichten Behälter.
Ist der Käfer für Menschen gefährlich?
Er sticht und beißt nicht. Er kann jedoch Salmonellen und krankmachende E.-coli-Stämme verschleppen, weil er zwischen Kot und Futter unterwegs ist. In stark befallenen Ställen sind zudem Haut- und Atemwegsreizungen durch Staub aus Käfer- und Häutungsresten beschrieben.
Was macht ihn im Geflügelstall so schädlich?
Die Larven verlassen zur Verpuppung die Einstreu und bohren sich in Hartschaumdämmung, Holz und Bodenaufbauten. Das schwächt die Bausubstanz und treibt die Heizkosten. Dazu kommt die Verbreitung von Erregern im Bestand, weil Küken die Käfer aufpicken.
Wann ist der beste Zeitpunkt zur Bekämpfung?
Im leeren Stall nach dem Entmisten und Reinigen, solange es noch warm ist und die Käfer aktiv sind. Ob ein Mittel auch bei anwesenden Tieren angewendet werden darf, steht in der Zulassung des jeweiligen Produkts. Ohne Trocknen und Entfernen der feuchten Reste kommt der Befall in jedem Fall zurück.