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Gesundheitsschädling

Magendassel

Die Magendassel ist eine parasitische Fliege, deren Larven acht bis zehn Monate im Magen von Pferden, Ponys und Eseln leben. Die erwachsene Fliege sticht und beißt nicht, treibt Pferde bei der Eiablage aber in Panik. Für den Menschen ist sie nahezu bedeutungslos, für Pferdehalter dagegen ein fester Punkt im Entwurmungsplan: Starker Larvenbefall führt zu Magengeschwüren und Koliken.

Magendassel und Befall erkennen

Die Fliege wird 13 bis 18 mm lang, ist dicht bräunlich-gelb behaart und wirkt wie eine kleine Hummel. Funktionsfähige Mundwerkzeuge hat sie nicht, sie frisst nichts und lebt nur ein bis drei Wochen. Im Stall wird sie leicht mit Schmeißfliegen oder anderen großen Fliegen verwechselt, fliegt aber auffällig hartnäckig Beine, Bauch und Kehle des Pferdes an.

Den Befall bemerken Sie meist am Tier, nicht an der Fliege:

  • stecknadelkopfgroße gelbliche Eier, einzeln an Haare von Vorderbeinen, Schultern, Bauch oder Kehlgang geklebt
  • hektisches Kopfschlagen, Stampfen und Fluchtverhalten an warmen Tagen
  • rötliche, 16 bis 20 mm lange, geringelte Larven im Pferdeapfel, meist im Frühjahr
  • vermehrter Speichelfluss und empfindliches Maul im Spätsommer, wenn die Junglarven im Zahnfleisch wandern
  • bei starkem Befall stumpfes Fell, Abmagern trotz guter Fütterung, wiederkehrende Koliken

Lebensweise

In Mitteleuropa treten drei Arten auf: die Große Magendassel (Gasterophilus intestinalis), die Nasendassel (G. nasalis) und die Afterdassel (G. haemorrhoidalis). Die Weibchen fliegen von Juni bis zum ersten Frost und kleben je nach Art 150 bis über 1.000 Eier einzeln an die Haare: die Große Magendassel an Vorderbeine und Bauch, die Nasendassel an den Kehlgang, die Afterdassel an die Lippen.

Die Larven schlüpfen, sobald Wärme und Feuchtigkeit sie reizen, meist wenn das Pferd sich leckt oder scheuert. Sie bohren sich in Zunge und Zahnfleisch, wandern dort drei bis vier Wochen und gelangen dann in den Magen, wo sie sich mit Mundhaken an der Schleimhaut festhängen. Im Frühjahr lassen sie los, verlassen das Pferd mit dem Kot und verpuppen sich im Boden; nach drei bis fünf Wochen schlüpft die nächste Fliege. Pro Jahr entsteht nur eine Generation.

Schäden und Risiken

Einzelne Larven bleiben oft folgenlos. Ab etwa 50 bis 100 Larven entstehen an den Ansatzstellen Entzündungen, kraterförmige Geschwüre und kleine Blutungen. Betroffene Pferde magern ab, bringen weniger Leistung und zeigen wiederkehrende Koliken. Selten, aber möglich sind ein verengter Magenausgang und Perforationen der Magenwand.

Für den Menschen ist das Risiko klein: Sehr selten bohrt sich eine Larve in die Haut von Personen mit engem Pferdekontakt und hinterlässt einen juckenden, wandernden Hautgang. Krankheiten überträgt die Magendassel nicht.

Vorbeugen

  • Fell während der Flugzeit alle zwei bis drei Tage nach Eiern absuchen, vor allem an Vorderbeinen, Bauch und Kehlgang
  • Eier mit Dasselmesser, feinem Kamm oder einem Schwamm mit über 40 °C warmem Wasser entfernen; die Wärme lässt die Larven schlüpfen, sie werden gleich abgewaschen
  • Fliegendecken und Beinbandagen für empfindliche Pferde an heißen Tagen
  • Weiden und Paddocks regelmäßig abäppeln, Mist heiß kompostieren, damit die Puppen nicht ausreifen
  • Stallhygiene wie gegen die Große Stubenfliege: keine feuchte Einstreu, keine offenen Futterreste
  • alle Pferde eines Bestands im selben Zeitraum behandeln lassen, sonst hält ein unbehandeltes Tier den Kreislauf am Laufen

Bekämpfen

Gegen Larven im Magen hilft nur ein Tierarzneimittel. Wirksam sind makrozyklische Laktone, also Ivermectin oder Moxidectin, als einmalige Wurmkur nach dem Ende der Flugzeit, in der Praxis meist im November oder Dezember. Dann sitzen alle Larven im Magen und es kommen keine neuen Eier nach. Wurmmittel mit Pyrantel oder Fenbendazol erfassen Dassellarven nicht.

Das Absammeln der Eier senkt den Nachschub, beseitigt aber keinen bestehenden Magenbefall. Knoblauch, Kieselerde und Kräuterkuren haben gegen Gasterophilus keine belegte Wirkung. Repellents halten Fliegen einige Stunden ab, verhindern die Eiablage über eine Saison jedoch nicht.

Wichtig: Wurmkuren sind verschreibungspflichtige Tierarzneimittel und gehören in die Hand des Tierarztes; Behandlungen auf Verdacht fördern Resistenzen. Für Insektenmittel im Stall gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Bei Koliken, Abmagern oder Larven im Kot ist der Tierarzt zuständig, nicht der Schädlingsbekämpfer. Er schätzt den Befall über Kotproben und im Zweifel per Gastroskopie ein und legt den Behandlungstermin für den ganzen Bestand fest. Einen Schädlingsbekämpfer brauchen Sie, wenn im Stall dauerhaft eine Fliegenplage herrscht: Er findet die Brutstätten in Mist und feuchter Einstreu.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Ist die Magendassel für Menschen gefährlich?

Nein. Die erwachsene Fliege sticht nicht und überträgt keine Krankheiten. In sehr seltenen Fällen bohrt sich eine Larve in die Haut von Menschen mit engem Pferdekontakt und verursacht einen juckenden, wandernden Hautgang. Ein Befall des Magens wie beim Pferd kommt beim Menschen nicht vor.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Dasselkur?

Nach dem Ende der Flugzeit, üblicherweise vier bis sechs Wochen nach dem ersten Frost, also im November oder Dezember. Dann sitzen alle Larven im Magen und werden von einer einmaligen Gabe Ivermectin oder Moxidectin erfasst. Eine frühere Behandlung lässt Nachzügler übrig, eine spätere verlängert die Schädigung der Magenschleimhaut.

Bringt es etwas, die Eier aus dem Fell zu entfernen?

Ja, aber nur vorbeugend. Wer alle zwei bis drei Tage Beine, Bauch und Kehlgang absucht und die Eier mit Dasselmesser oder über 40 °C warmem Wasser entfernt, verringert die Zahl der aufgenommenen Larven deutlich. Larven, die bereits im Magen sitzen, erreichen Sie damit nicht mehr.