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Hygieneschädling

Blaue Schmeißfliege

Die Blaue Schmeißfliege ist die große, dunkelblau glänzende Fliege, die im Sommer laut brummend durch die Küche kreist. Ihre Maden entwickeln sich in Aas, Fleisch und Abfall, deshalb bringt sie Keime direkt von der Mülltonne auf den Teller. Tauchen plötzlich mehrere Dutzend dieser Fliegen in einem Raum auf, steckt fast immer ein totes Tier in einer Wand, unter dem Dach oder im Kamin.

Blaue Schmeißfliege erkennen

Die Art wird 10 bis 14 mm lang und ist damit fast doppelt so groß wie die Große Stubenfliege. Der Hinterleib glänzt metallisch dunkelblau, der Körper ist kräftig beborstet, der Flug schwerfällig und laut. Verwechseln kann man sie mit der grünlich glänzenden Goldfliege und der eng verwandten Schmeißfliege Calliphora vicina, die orangerote Kopfseiten hat, während die Blaue Schmeißfliege dort schwarz und rotgolden behaart ist. Bekämpft werden beide gleich.

Auf ein Problem im Haus deuten hin:

  • mehrere große, träge Fliegen an einem Fenster, immer im selben Raum
  • weißliche, 10 bis 15 mm lange Maden auf Boden, Fensterbank oder Dachboden
  • süßlich-fauliger Geruch, der zu- und dann wieder abnimmt
  • dunkle Kotpünktchen und Speichelflecken an Lampen, Fliesen und Fensterrahmen
  • Maden oder Puppen in der Biotonne, im Katzenklo oder am Tierfutternapf

Lebensweise

Weibchen suchen mit feinem Geruchssinn nach Eiweiß: Aas, rohes Fleisch, Fisch, Wundsekret, Tierkot. Sie legen 150 bis 200 Eier auf einmal ab, im Lauf des Lebens bis zu 600. Bei 25 °C schlüpfen die Maden nach 8 bis 24 Stunden. Sie fressen drei bis neun Tage, durchlaufen drei Stadien und wandern dann bis zu mehrere Meter weit ab, um sich an einer trockenen, dunklen Stelle zu verpuppen. Nach 10 bis 14 Tagen schlüpft die nächste Fliege.

Im Hochsommer dauert eine Generation zwei bis drei Wochen, im Frühjahr und Herbst mehrere Wochen länger. Die Art ist kälteverträglich und fliegt schon ab etwa 8 bis 10 °C, weshalb sie zu den ersten Fliegen im März und den letzten im November gehört. Erwachsene Tiere überwintern gern in Dachböden, Rollladenkästen und Ritzen und erscheinen an warmen Wintertagen mitten in der Wohnung. Sie leben zwei bis acht Wochen.

Schäden und Risiken

Die Blaue Schmeißfliege sticht nicht. Ihr Risiko liegt in dem, was sie mitbringt: Sie läuft über Aas, Kot und Abfall und überträgt Keime wie Salmonellen, E. coli, Campylobacter und Wurmeier mechanisch auf Lebensmittel und Arbeitsflächen. Zum Fressen würgt sie Speichel auf feste Nahrung und saugt sie an, so gelangen Erreger direkt in das Essen. Befallene Lebensmittel gehören in den Müll, auch wenn nur eine Eiablage sichtbar ist.

Legt ein Weibchen Eier in offene Wunden von Menschen oder Tieren, kann eine Wundmyiasis entstehen. Betroffen sind fast nur pflegebedürftige Personen und geschwächte Weidetiere.

Vorbeugen

  • Fliegengitter an Küchen-, Bad- und Schlafzimmerfenstern anbringen
  • Biotonne und Restmüll dicht schließen, Deckelrand regelmäßig reinigen, Tonne schattig stellen
  • Fleisch- und Fischreste eingewickelt einfrieren, bis die Tonne geleert wird
  • Tierfutter nicht offen stehen lassen, Näpfe und Katzentoiletten täglich säubern
  • Aufschnitt, Fleisch und Obst abdecken, Grillreste sofort wegräumen
  • Dachboden, Rollladenkästen und Zwischendecken auf tote Vögel und Nagetiere kontrollieren, Einflugöffnungen verschließen

Bekämpfen

Zuerst die Quelle suchen, dann die Fliegen. Solange Kadaver, Made oder Abfall im Haus liegen, kommt jede Woche eine neue Generation nach. Riechen Sie an Wandsteckdosen, unter dem Dach und am Kaminanschluss, um den Herd einzugrenzen; ein toter Marder oder eine Ratte in der Zwischendecke muss entfernt werden, sonst hört der Zuflug nicht auf.

Einzelne Fliegen erledigen Klatsche oder Staubsauger zuverlässig. Klebefallen und UV-Lichtfallen helfen wie gegen andere Fliegen in Küchen und Vorratsräumen, kochendes Wasser tötet Maden in der Tonne. Duftmittel wie Lavendel oder Essig vertreiben allenfalls einzelne Tiere. Ultraschallgeräte wirken nicht. Sprays sind nur sinnvoll, wenn die Brutquelle schon beseitigt ist.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. In Küchen und Vorratsräumen nie über offene Lebensmittel oder Arbeitsflächen sprühen.

Wann zum Profi?

Rufen Sie einen Schädlingsbekämpfer, wenn immer wieder Dutzende Fliegen auftauchen und Sie die Quelle nicht finden. Kadaver in Zwischendecken, Schächten oder unter Estrich lassen sich mit Endoskop und Kameratechnik lokalisieren, ohne die halbe Wand zu öffnen. Auch in Gastronomie, Lebensmittelbetrieben und Pflegeeinrichtungen gehört der Befall in professionelle Hände, weil dort Dokumentation und Nachkontrolle verlangt werden.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Warum sind plötzlich so viele große blaue Fliegen in einem Zimmer?

Das ist das klassische Zeichen für ein totes Tier in der Nähe, meist eine Maus, ein Vogel oder ein Marder in Zwischendecke, Dachboden oder Kaminschacht. Die Fliegen schlüpfen dort und suchen das nächste Fenster. Der Zuflug hört erst auf, wenn der Kadaver samt Maden entfernt ist.

Sind Blaue Fleischfliegen gefährlich?

Sie stechen und beißen nicht, übertragen aber Salmonellen, E. coli und andere Erreger mechanisch von Aas und Abfall auf Lebensmittel. Nahrung, auf der eine Fliege Eier abgelegt hat, sollten Sie wegwerfen. Ein echtes Gesundheitsrisiko entsteht vor allem bei dauerhaftem Befall in Küchen und Vorratsräumen.

Wie schnell entwickeln sich Maden zu Fliegen?

Bei 25 °C schlüpfen die Maden nach 8 bis 24 Stunden, fressen drei bis neun Tage und verpuppen sich anschließend. Nach 10 bis 14 Tagen erscheint die neue Fliege. Im Hochsommer dauert eine Generation also nur zwei bis drei Wochen, bei kühlem Wetter deutlich länger.