Teppichkäfer
Kahle Stellen im Wollteppich, kleine Löcher im Lieblingspullover und braune, haarige Häutchen unter dem Sofa sprechen für Teppichkäfer. Schaden richtet nicht der Käfer an, sondern seine Larve, die Keratin aus Wolle, Federn und Pelz verdaut. Der Befall bleibt oft monatelang unbemerkt, weil die Larven Licht meiden und in ungestörten Ecken sitzen.
Teppichkäfer und Befall erkennen
Die Käfer sind 2 bis 4,5 mm lang, gedrungen oval und wirken wie winzige Marienkäfer. Der Gemeine Teppichkäfer trägt eine schwarze Grundfarbe mit weißen Schuppenflecken und einer rotbraunen Mittellinie. Die Larven werden bis 5 mm lang, sind rotbraun, walzenförmig und dicht behaart, am Hinterende sitzen Borstenbüschel. Die Käfer streben zum Licht und sitzen häufig auf Fensterbänken.
- Leere, borstige Larvenhäute in Teppichkanten, Fußleisten und Schubladen
- Kahlgefressene Stellen im Teppichflor, meist unter Schränken, Betten und Sofas
- Unregelmäßige Fraßlöcher in Wollpullovern, Filz, Polstern und Pelz
- Feiner sandiger Kot in der Größe von Staubkörnern
- Käfer im Frühjahr an Fenstern und auf hellen Flächen
Sehr ähnlich sieht der Wollkrautblütenkäfer aus, der gelb-braun-weiß gescheckt ist und dieselben Schäden verursacht. Der Museumskäfer befällt vor allem Sammlungen und Präparate. Lochfraß in Textilien geht ebenso von der Kleidermotte aus, dort finden Sie jedoch Gespinströhren und keine Larvenhäute.
Lebensweise
Ausgewachsene Käfer fressen Pollen und Nektar an Blüten im Freien und leben nur zwei bis sechs Wochen. Zur Eiablage fliegen die Weibchen von April bis Juli durch offene Fenster ein und legen 20 bis 100 Eier an Wolltextilien, in Teppichritzen oder in Vogelnester.
Die geschlüpften Larven fressen alles Keratinhaltige: Wolle, Seide, Federn, Haare, Pelz, Tierpräparate und tote Insekten. Je nach Temperatur und Nahrungsangebot dauert ihre Entwicklung drei Monate bis zwei Jahre, dabei häuten sie sich fünf bis elfmal. Pro Jahr entsteht in der Regel eine Generation. Die Larven meiden Licht und Erschütterung, deshalb sitzen sie unter selten bewegten Möbeln.
Schäden und Risiken
Betroffen sind Wollteppiche, Polstermöbel, Wollkleidung, Filz, Federbetten und Felle. Mischgewebe werden ausgefranst, weil die Larven nur den tierischen Anteil verdauen. In Museen und Sammlungen zählen Teppichkäfer zu den gefährlichsten Materialschädlingen. Krankheiten übertragen sie nicht. Die abgebrochenen Larvenhaare können jedoch auf der Haut juckende Quaddeln auslösen, die leicht mit Bettwanzenstichen verwechselt werden, und bei Sensibilisierten Atemwegsbeschwerden verursachen.
Vorbeugen
- Teppichkanten, Fußleisten und Flächen unter Möbeln alle ein bis zwei Wochen gründlich saugen
- Fliegengitter an Fenstern anbringen, besonders von April bis Juli
- Wolltextilien nur gewaschen und in dicht schließenden Boxen oder Vakuumbeuteln einlagern
- Vogel- und Wespennester an Fassade, Dachboden und Rollladenkästen außerhalb der Brutzeit entfernen lassen
- Pheromon- oder Klebefallen im Schrank und am Fenster zur Frühkontrolle aufstellen
Wichtig: Vogelnester sind nach § 44 BNatSchG geschützt und dürfen während der Brutzeit weder entfernt noch gestört werden. Nach dem Ende der Brutsaison dürfen nur Nester entfernt werden, die eine Art nicht jährlich wieder bezieht; bei Schwalben, Mauerseglern, Haussperling, Star und Spechthöhlen gilt der Schutz ganzjährig. Klären Sie das Vorgehen im Zweifel mit der zuständigen Naturschutzbehörde.
Bekämpfen
Räumen Sie den betroffenen Bereich leer und saugen Sie sehr gründlich, inklusive Teppichrücken, Ritzen und Polsternähten, den Beutel entsorgen Sie danach sofort im Außenmüll. Waschbare Textilien behandeln Sie bei mindestens 60 Grad. Empfindliche Stücke frieren Sie zwei Wochen bei minus 18 Grad ein oder lassen sie auf über 55 Grad erwärmen. Große Teppiche reinigt ein Fachbetrieb mit Heißwasserextraktion.
Lavendelsäckchen und Zedernholz vertreiben allenfalls einzelne Tiere und ersetzen keine Behandlung. Mottenpapier gegen Falter wirkt nicht gegen Käferlarven. In Ritzen und unter Fußleisten eingebrachte Kieselgur tötet Larven dagegen über Wochen zuverlässig ab. Sprays auf Textilien bringen wenig, weil die Larven tief im Flor sitzen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Einzelne Käfer am Fenster sind kein Grund zur Sorge. Holen Sie Hilfe, wenn Sie Larven oder Häutungsreste an mehreren Stellen der Wohnung finden, wenn wertvolle Teppiche, Pelze oder Sammlungsstücke betroffen sind oder wenn der Befall trotz Reinigung nach einer Saison wiederkommt. Fachbetriebe arbeiten mit Wärmebehandlung und suchen die Quelle, die oft in einem alten Vogelnest oder einem vergessenen Wollteppich liegt.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Sind Teppichkäfer gefährlich für den Menschen?
Krankheiten übertragen Teppichkäfer nicht. Die feinen Borstenhaare der Larven können jedoch auf der Haut juckende Quaddeln auslösen und bei empfindlichen Menschen Reizungen der Atemwege verursachen. Der eigentliche Schaden betrifft Textilien aus Wolle, Seide, Federn und Pelz.
Woher kommen Teppichkäfer in der Wohnung?
Die erwachsenen Käfer leben im Freien auf Blüten und fliegen zwischen April und Juli durch offene Fenster ein. Häufige Quellen sind außerdem Vogelnester an Fassade und Dachboden, gebrauchte Teppiche, Polstermöbel und Felle sowie Wollsachen vom Flohmarkt.
Wie unterscheide ich Teppichkäfer von Kleidermotten?
Teppichkäferlarven hinterlassen borstige, leere Larvenhäute und sandigen Kot, die Fraßlöcher sitzen oft in ungestörten Bereichen unter Möbeln. Kleidermotten spinnen dagegen feine Röhren und Gespinste auf dem Gewebe, und Sie sehen kleine hellbraune Falter durch den Raum fliegen.
Hilft Einfrieren gegen Teppichkäferlarven?
Ja, wenn Sie es konsequent machen. Verpacken Sie das Textil luftdicht und legen Sie es für zwei Wochen bei minus 18 Grad ins Gefriergerät. Kürzere Zeiten reichen bei Käfereiern und älteren Larven oft nicht aus. Alternativ wirkt eine Wärmebehandlung über 55 Grad.