Pelzmotte
Die Pelzmotte gehört mit der Kleidermotte und der Tapetenmotte zu den drei Textilmotten Mitteleuropas, die Wolle, Pelz und Filz zerfressen. Den Schaden verursacht nicht der Falter, sondern die Larve, und sie arbeitet in dunklen, selten bewegten Ecken – meist fällt der Befall erst auf, wenn der Wintermantel im Herbst Löcher hat. Ihr Erkennungszeichen ist der kleine Sack, den die Raupe wie ein Schneckenhaus mit sich schleppt.
Pelzmotten und ihren Befall erkennen
Der Falter ist unscheinbar: 4–7 mm lang, Spannweite 9–16 mm, die Vorderflügel bräunlich-grau, seidig glänzend und mit ein bis drei dunklen Punkten – die Kleidermotte glänzt dagegen einfarbig goldgelb. Eindeutiger ist die Larve: gelblich-weiß mit brauner Kopfkapsel, in einem 6–10 mm langen Sack aus Faserresten und Kot, den sie in der Farbe des befressenen Stoffs mitschleppt.
Typische Befallsanzeichen:
- unregelmäßige Löcher und kahle Stellen an Wollpullovern, Mänteln, Filzhüten, Pelzkragen und Teppichen
- sandartige Kotkrümel in Textilfarbe in Schrankfächern und Teppichfalten
- lose Fasersäckchen an Wänden, Zimmerdecken oder in Schubladenecken
- lockere Gespinstfäden auf der Textiloberfläche
- kleine Falter, die abends in Schrank- oder Kellernähe umherlaufen
Lebensweise
Ein Weibchen legt 100 bis 200 Eier direkt auf das Futtermaterial. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven und beginnen sofort mit dem Bau ihres Sacks, den sie mit jedem Wachstumsschritt vergrößern. Sie fressen Keratin, also Wolle, Haare, Federn, Pelz und Filz. Verschmutzte Textilien werden bevorzugt angenommen; reine Baumwolle fressen sie nur bei Wollanteil mit.
Die Larvenzeit dauert je nach Temperatur und Futter 2 bis 6 Monate, unter kühlen Bedingungen bis zu zwei Jahre. Feuchtere und kühlere Räume verträgt die Pelzmotte besser als die Kleidermotte, weshalb sie oft in Kellern und auf Dachböden sitzt. Der Falter selbst frisst nicht und lebt nur zwei bis vier Wochen. Ursprünglich lebt die Art in Vogel- und Wespennestern – ein aufgegebenes Nest unter dem Dachvorsprung ist eine der häufigsten Befallsquellen.
Schäden und Risiken
Pelzmotten übertragen keine Krankheiten und stechen nicht. Der Schaden ist rein materiell, kann aber teuer werden: Kaschmirpullover, Anzüge, Wollteppiche, Pelzbesätze, Filzhämmer in Klavieren, Tierpräparate und Federschmuck. Weil die Larven im Verborgenen arbeiten, ist der Schaden bei Entdeckung meist schon großflächig. In Sammlungen tritt die Art oft gemeinsam mit Wollkrautblütenkäfer und Pelzkäfern auf. Bei starkem Befall reizen Larvenhaare und Kotstaub empfindliche Personen.
Vorbeugen
- Wolltextilien vor dem Einlagern waschen oder reinigen lassen – Schweiß und Speisereste machen sie erst attraktiv.
- Saisonkleidung in Vakuum- oder dicht schließenden Boxen lagern, nicht in Stoffhüllen oder offenen Kartons.
- Schränke zweimal im Jahr leerräumen, aussaugen, Ritzen mitnehmen; Staubsaugerbeutel sofort entsorgen.
- Teppiche auch an der Unterseite und unter Möbeln saugen, Polstermöbel regelmäßig absaugen.
- Verlassene Vogel- und Wespennester am Gebäude entfernen und Einflugöffnungen schließen.
- Keller und Speicher trocken halten, keine alten Federkissen dort zwischenlagern.
Pelzmotten bekämpfen
Zuerst die Quelle finden: Räumen Sie den betroffenen Schrank komplett aus und prüfen Sie jedes Stück, auch Teppichkanten, Polsterritzen und den Bereich hinter Sockelleisten. Befallene Textilien werden bei 60 °C gewaschen oder mindestens zwei Wochen bei −18 °C eingefroren; empfindliche Stücke vorher luftdicht verpacken. Alternativ wirkt Hitze: eine Stunde über 55 °C, etwa im Wäschetrockner. Anschließend Schrank, Boden und Ritzen gründlich absaugen.
Pheromonfallen fangen nur Männchen und ersetzen keine Bekämpfung, eignen sich aber gut zur Überwachung. Schlupfwespen der Gattung Trichogramma parasitieren Motteneier. Lavendel, Zedernholz und ätherische Öle töten weder Eier noch Larven; Naphthalin-Mottenkugeln sind in der EU nicht mehr zugelassen.
Wichtig: Sprays gegen Motten sind Biozidprodukte. Sie ersetzen weder Waschen noch Reinigen und gehören nicht auf Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu, wenn der Befall über einen Schrank hinausgeht, sich in Teppichböden, Polstermöbeln oder Dämmschichten hält oder trotz Reinigung immer wieder Falter auftauchen. Das gilt ebenso für wertvolle Sammlungen und Tierpräparate. Profis arbeiten mit Wärmeentwesung oder Stickstoffbehandlung.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie unterscheide ich Pelzmotte und Kleidermotte?
Am sichersten an der Larve: Die Pelzmottenlarve lebt in einem tragbaren Sack aus Fasern und Kot, die Kleidermottenlarve baut Gespinströhren direkt im Stoff. Der Falter der Pelzmotte hat bräunlich-graue Flügel mit dunklen Punkten, der der Kleidermotte einfarbig goldgelbe. Für die Bekämpfung macht der Unterschied wenig aus, die Maßnahmen sind identisch.
Bei wie viel Grad sterben Pelzmottenlarven?
Eine Wäsche bei 60 °C tötet alle Stadien zuverlässig ab, ebenso rund eine Stunde bei über 55 °C im Trockner. In der Kälte brauchen Sie mindestens −18 °C über zwei Wochen, am besten in einem luftdichten Beutel. Bei 30-Grad-Wäsche überleben Eier und Larven häufig.
Woher kommen Pelzmotten in der Wohnung?
Häufigste Quellen sind eingeschleppte Wolltextilien, Second-Hand-Kleidung, alte Teppiche und Polstermöbel. Ebenso oft stammt der Befall aus verlassenen Vogel- oder Wespennestern am Gebäude oder aus Tierhaaren und Federresten auf Dachböden. Falter fliegen im Sommer auch über offene Fenster ein.