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Materialschädling

Braunwurz-Blütenkäfer

Der Braunwurz-Blütenkäfer, auch Gemeiner Teppichkäfer genannt, ist ein naher Verwandter des Wollkrautblütenkäfers und einer der häufigsten Textilschädlinge in Wohnungen. Der erwachsene Käfer frisst draußen Pollen und richtet keinen Schaden an; gefährlich sind seine Larven, die Wolle, Pelz und Federn zerfressen. Wer im Frühjahr kleine gefleckte Käfer an der Fensterbank findet, hat oft schon einen Larvenherd im Teppich oder in einem Vogelnest am Haus.

Braunwurz-Blütenkäfer erkennen

Der Käfer misst 3 bis 4,5 mm, ist fast kugelig und schwarz, dicht bedeckt mit weißen Schuppen und einer rotorangen Binde entlang der Naht der Flügeldecken. Sehr ähnlich sieht der Wollkrautblütenkäfer aus, der jedoch braun-gelb gescheckt und ohne rote Binde ist. Die bis 5 mm lange Larve ist rotbraun, dicht behaart, trägt Haarbüschel am Hinterende und meidet wie alle Teppichkäfer das Licht.

Typische Befallsanzeichen:

  • leere, borstige Larvenhäute in Teppichkanten, Schubladen und Schrankecken, oft das erste sichtbare Zeichen
  • rundliche Fraßlöcher und kahle Stellen in Wollteppichen, besonders unter Schränken, Betten und Sofas
  • Fraßschäden an Pelzkragen, Filz, Federbetten, Wollpullovern und Tierpräparaten
  • Käfer im Frühjahr an Fensterscheiben, Lampen und Gardinen, immer zum Licht hin
  • Ansammlungen von Haaren, Flusen und toten Insekten in Ritzen, Lüftungsschächten und hinter Sockelleisten

Lebensweise

Erwachsene Käfer fressen Pollen und Nektar, etwa an Braunwurz, Doldenblütlern und Spiersträuchern, und leben nur wenige Wochen. Zur Eiablage suchen die Weibchen Keratin: Wolle, Haare, Federn, Pelz, tote Insekten. Ein Weibchen legt 30 bis 60 Eier einzeln in Nester, Ritzen oder Textilfalten.

Die Larven schlüpfen nach ein bis drei Wochen und fressen je nach Temperatur und Nahrung mehrere Monate bis über ein Jahr, dabei häuten sie sich fünf- bis elfmal. In ungeheizten Räumen dauert die Entwicklung meist ein Jahr, in warmen Wohnungen deutlich weniger, dort sind zwei Generationen möglich. In Gebäude gelangt die Art über Fenster, über eingebrachte Wolltextilien und vor allem über Vogel- und Wespennester an Fassade und Dachboden.

Schäden und Risiken

Die Larven fressen tierische Fasern und lassen pflanzliche und synthetische Fasern liegen. Betroffen sind Wollteppiche, Woll- und Kaschmirkleidung, Pelze, Filz, Polsterfüllungen, Federbetten sowie Tierpräparate und Sammlungen. Der Schaden entsteht unbemerkt an geschützten Stellen, weshalb ein Teppich oft erst beim Rücken des Sofas als durchlöchert auffällt. Anders als bei der Kleidermotte gibt es keine Gespinströhren, sondern Fraßlöcher und Larvenhäute.

Gesundheitlich ist die Art kein Krankheitsüberträger. Die Haare der Larven können jedoch Hautreizungen mit juckenden Quaddeln auslösen, die leicht mit Bettwanzenstichen verwechselt werden. Empfindliche Menschen reagieren auf viel Larvenstaub mit gereizten Augen oder Atemwegen.

Vorbeugen

  • Teppichkanten, Flächen unter Möbeln, Sockelleisten und Ritzen regelmäßig gründlich saugen und den Beutel verschlossen entsorgen
  • Wolltextilien vor dem Einlagern waschen oder reinigen und luftdicht in Boxen oder Vakuumbeutel packen
  • Vogel-, Tauben- und Wespennester nach der Brutzeit von Fassade und Dachboden entfernen, Einflugöffnungen verschließen
  • Fliegengitter an Fenstern anbringen, vor allem von April bis Juli, wenn die Käfer zufliegen
  • tote Insekten aus Fensterrahmen, Lampenschalen und Rollladenkästen entfernen, sie sind die wichtigste Nahrungsquelle im Haus
  • Second-Hand-Teppiche, Felle und Pelze vor dem Einbringen kontrollieren und für eine Woche bei −18 °C einfrieren

Bekämpfen

Der Erfolg hängt daran, den Larvenherd zu finden: unter Teppichen und schweren Möbeln, in Schrankecken, hinter Sockelleisten, in Lüftungsgittern und auf dem Dachboden. Befallene Textilien waschen Sie bei mindestens 60 °C oder frieren sie luftdicht verpackt eine Woche bei −18 °C ein. Anschließend alles gründlich saugen, auch Polster und Matratzen.

Für Ritzen eignet sich Kieselgur, die die Larven austrocknet. Insektensprays wirken nur dort, wo sie die Larven direkt erreichen, und ersetzen die Reinigung nicht. Lavendelsäckchen und Zedernholz vertreiben allenfalls Falter, gegen Käferlarven bringen sie nichts. Pheromon- und Klebefallen töten den Befall nicht, zeigen aber zuverlässig, ob noch Käfer unterwegs sind.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Kieselgur nur staubarm ausbringen und in Kinder- und Schlafzimmern zurückhaltend einsetzen.

Wann zum Profi?

Ziehen Sie einen Schädlingsbekämpfer hinzu, wenn der Befall über mehrere Räume reicht, wenn nach Reinigung und Wäsche im nächsten Frühjahr wieder Käfer erscheinen oder wenn wertvolle Teppiche, Pelze und Sammlungen betroffen sind. Er findet versteckte Herde wie Nester in Zwischendecken und arbeitet mit Wärmeentwesung oder Stickstoff, was auch Eier und Larven in empfindlichen Objekten abtötet.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Ist der Braunwurz-Blütenkäfer dasselbe wie der Teppichkäfer?

Ja, Anthrenus scrophulariae trägt beide Namen: Braunwurz-Blütenkäfer wegen der Pollennahrung der erwachsenen Tiere und Gemeiner Teppichkäfer wegen der Schäden der Larven. Er gehört zu den Speckkäfern und ist eng mit dem Wollkrautblütenkäfer und dem Museumskäfer verwandt.

Können die Larven Hautausschlag verursachen?

Die feinen Haare der Larven reizen die Haut und lösen bei manchen Menschen juckende Quaddeln aus, die Insektenstichen ähneln. Krankheitserreger übertragen die Käfer nicht. Verschwinden die Hautreaktionen nach gründlicher Reinigung von Bett und Polstern nicht, sollten Sie andere Ursachen wie Bettwanzen prüfen lassen.

Woher kommen die Käfer, obwohl ich keine Wollteppiche habe?

Häufigste Quelle sind Vogelnester an Fassade, Dachboden oder im Rollladenkasten, in denen Federn und Nestmaterial reichlich Nahrung bieten. Auch tote Insekten in Fensterrahmen und Lampen reichen den Larven aus. Solange das Nest liegen bleibt, kommen jedes Frühjahr neue Käfer nach.